Schlechte Nachricht für Häuselbauer: Zinsen für Wohnbaukredite stark gestiegen

Wohnkredite seit Juni um 0,45 Prozentpunkte höher Bausparkassen verteuerten Zwischenfinanzierungen

Österreichs Banken und Bausparkassen verlangten im dritten Quartal bei neu vereinbarten Euro-Wohnbaukrediten erstmals seit längerer Zeit wieder deutlich höhere Zinsen. Gegenüber Juni stieg der Zinssatz im September um 0,45 Prozentpunkte auf 4,09 Prozent, teilte die Oesterreichische Nationalbank mit.

Einerseits gab es bei den Konditionen für Zwischenfinanzierungen von Bausparkassen erstmals seit längerer Zeit stärkere Zinsanhebungen, andererseits kam es im Wohnbaukreditbereich zu einem relativ hohen Volumen von Konvertierungen von Schweizer Franken in Euro-Kredite. Offenbar wurde der durch die Abwertung des Franken günstige Zeitpunkt zum Umstieg in den Euro genutzt, womit ein höheres Neugeschäftsvolumen an höher verzinsten variablen Zinssätzen zu verzeichnen war, so die Nationalbank.

Mit 4,09 Prozent lag der Zinssatz aber nach wie vor unter dem Euroraum-Durchschnitt von 4,39 Prozent. Dennoch wurden die vier Leitzinserhöhungen der EZB um insgesamt 1 Prozentpunkt in Österreich bei Wohnbaukrediten bisher schwächer als in anderen Kreditkategorien an die Kunden weitergegeben, der Vergleichswert des Vorjahres wurde lediglich um 0,62 Prozentpunkte überschritten.

Zu einem kräftigen Anstieg der Zinsen kam es im dritten Quartal auch bei neu vereinbarten Schweizer Franken-Krediten. Bei dieser derzeit einzigen relevanten Währung im Fremdwährungskreditbereich wurden die Zinsen von den heimischen Banken parallel zur Leitzinserhöhung der Schweizer Notenbank um 0,23 Prozentpunkte auf 2,84 Prozent angehoben.

Der relative Zinsvorteil des Franken-Kredites stieg auf Grund des starken Anstiegs des Zinssatzes für Euro-Wohnbaukredite zwar auf 1,25 Prozentpunkte, lag damit aber deutlich unter dem Vergleichswert von September 2005 von 1,56 Prozentpunkte, teilte die OeNB mit.

(apa)