Schlagstock-Hiebe gegen NEWS-Reporter:
Christoph Lehermayr im Weißrussland-Chaos

"Unserem Fotografen wurde Zeigefinger gebrochen" "Europas letzter Diktator hat die Nerven verloren"<br>VIDEO: Der NEWS-Reporter zwischen den Fronten

Schlagstock-Hiebe gegen NEWS-Reporter:
Christoph Lehermayr im Weißrussland-Chaos
© Bild: Reuters

Europas letzter Diktator kämpft um seine Macht. Und zwar mit allen Mitteln. Alexander Lukaschenko, seit 1994 regierender Präsident Weißrusslands, ließ auch am gestrigen Wahlsonntag keinen Zweifel an seiner Autorität aufkommen. Oppositionelle werden in die Bewusstlosigkeit geprügelt, Blendgranaten gegen Demonstranten eingesetzt. Und Schlagstöcke gegen NEWS-Reporter Christoph Lehermayr, der vor Ort recherchieren wollte.

Gerade erst aus dem Krankenhaus zurückgekehrt, verfasst Lehermayr das schockierende Protokoll der weißrussischen Eskalation:

"40.000 bis 50.000 Oppositionelle auf den Straßen. Sie schwenken verbotene Fahnen, prangern den vermuteten Wahlbetrug an und fordern Neuwahlen ohne Lukaschenko - alles bleibt vorerst friedlich. Doch Europas letzter Diktator scheint im Laufe des Abends die Nerven verloren zu haben: als einige Demonstranten beginnen, Scheiben des Parlamentsgebäudes einzuschlagen, ergeht der Befehl an Hundertschaften von Sonderpolizisten, den Platz zu räumen. Ungehemmt prügeln sie nun auf Demonstranten wie Passanten ein.

Ab diesem Zeitpunkt zeigt die letzte Diktatur Europas ihre hässliche Fratze. Aus Mannschaftswagen stürmen weitere Sondereinheiten, die die Demonstrationen mit dem Schlagstock auflösen. Resultat: Hunderte Verhaftungen, Dutzende Verletzte und gleich drei Gegenkandidaten Lukaschenkos, die ins Gefängnis wandern. Ein weiterer wurde bei einem Polizeieinsatz mit Blendgranaten verletzt. Auch wir blieben nicht verschont - unserem Fotograf Heinz Tesarek wurde der Zeigefinger gebrochen, ich bekam den Schlagstock zu spüren.

Und schon um Mitternacht ist der kurze Glaube an Veränderung oder gar eine Revolution in der letzten Diktatur Europas ausgeträumt. Minsk ist befriedet."

(red)