Schlager siegt beim Turnier in Frankfurt:
Sein zweiter Titel bei einem Europa-Top-12

4:2-Finalsieg in Frankfurt gegen Russen Samsonow 2004 und 2006 stand Schlager ebenfalls im Endspiel

Schlager siegt beim Turnier in Frankfurt:
Sein zweiter Titel bei einem Europa-Top-12 © Bild: Reuters/Grimm

Acht Jahre nach seinem Premieren-Triumph in Alassio/Italien hat Werner Schlager zum zweiten Mal das europäische Tischtennis-Top-12 für sich entschieden. Der 35-Jährige setzte sich in der Frankurter Ballsporthalle gegen den Weißrussen Wladimir Samsonow 4:2 (-8,8,-11,9,1,8) durch und blieb damit im gesamten Turnier bzw. fünf Matches ungeschlagen. Der Damen-Titel ging an die niederländische Titelverteidigerin Li Jiao.

Auch Samsonow war als Titelverteidiger angetreten, doch nicht nur deswegen ist Schlagers Triumph höher einzuschätzen als jener im Jahr 2000, als im Gegensatz zu heuer im Vorfeld einige Asse ihre Teilnahme abgesagt hatten. "Bei der Auslosung habe ich nicht daran gedacht, hier gewinnen zu können", erklärte Schlager. "Aber ich war jetzt längere Zeit fit und gesund und konnte daher sehr gut trainieren, das hat sich positiv ausgewirkt."

Das ÖTTV-Ass spielte vor allem auf der Rückhand ein hohes Tempo, blieb dabei trotzdem sicher. "Ich bin froh, dass ich bei diesem schweren Turnier über die gesamte Zeit meine gute Form halten konnte", was er auch beim 4:0 im Semifinale gegen den Belgier Jean-Michel Saive bewiesen hat. "Allgemein fühle ich mich derzeit besser als bei meinem WM-Titel. Der Schlager von 2008 würde sicher gegen den Schlager von 2003 gewinnen."

Sein viertes Top-12-Endspiel nach 2000, 2004 und 2006 erreichte Schlager nach einer beeindruckenden Semifinal-Vorstellung, bei der er Saive nur 19 Punkte ließ. In der Titel-Entscheidung entwickelte sich ein hochklassiges Match mit einer Reihe sensationeller Ballwechsel. Schlager ließ sich dabei auch vom Verlust des dritten Satzes nach zwei vergebenen Satzbällen nicht aus der Konzentration bringen.

In Durchgang fünf agierte der Österreicher fast in Perfektion, Samsonow machte nur einen Punkt. Zwar rappelte sich der Vize-Europameister in Satz sechs auf, Schlager gab das Match aber nicht mehr aus der Hand, obwohl er vorerst zwei Matchbälle vergeben hatte. Ein traumhaftes Gegenspinduell brachte jedoch den verdienten Erfolg. Samsonow sah die Niederlage in Satz vier begründet: "Der Verlust dieses Satzes hat mich vor allem mental zurückgeworfen."

Die Topverfassung Schlagers und die steigende Form des im Viertelfinale an Schlager gescheiterten Chen lassen für die in drei Wochen in Guangzhou/China beginnende Team-WM einiges erhoffen. Die ÖTTV-Mannschaft trifft in der Gruppe auf China, Kroatien, Belgien, Rumänien und Italien. Die Gruppenersten steigen direkt in das Viertelfinale auf, die Gruppen-Zweiten und -Dritten werden in die Runde der letzten 16 gelost

(apa/red)