Schlag gegen Drogenschmuggler: Polizei hebt 16-köpfige Dealergruppe in Wien aus

Heroin im Wert von 1,1 bis 1,5 Mio. Euro verkauft Drogenhandel wurde von Mazedonien aus geleitet

Schlag gegen Drogenschmuggler: Polizei hebt 16-köpfige Dealergruppe in Wien aus © Bild: APA/Artinger

Der Polizei ist eine 16-köpfige Dealergruppe ins Netz gegangen. Die Drogenverkäufer aus Mazedonien sollen Heroin im Straßenverkaufswert von 1,1 bis 1,5 Millionen Euro in diversen Parks in Großraum Wien abgesetzt haben. 14 Verdächtige wurden bereits ausgeforscht und festgenommen, gegen zwei weitere wurden Haftbefehle ausgestellt. Einer der Verdächtigen ist noch flüchtig.

Mit kurzen Unterbrechungen sind täglich bis zu 200 Gramm Heroin in Verkehr gesetzt worden. Insgesamt wurde den Verdächtigen der Verkauf von 27 bis 30 Kilo Suchtgift - zu 40 bis 50 Euro pro Gramm - zugeordnet. Im Zuge mehrerer Hausdurchsuchungen im Großraum Wien wurden 230 Gramm Heroin und 27.865 Bargeld sichergestellt. Das durch den Drogenverkauf erwirtschaftete Geld - insgesamt 1,1 bis 1,5 Mio. Euro, dürfte entweder persönlich mit Kurieren oder über Geldinstitute nach Mazedonien gebracht bzw. überwiesen worden sein.

Drogenschmuggel im Linienbus
Organisiert und kontrolliert soll der Suchtmittelschmuggel und -handel großteils über diverse Call- und Internetshops von Veles (Mazedonien) aus worden sein. Die dortige Gruppe steht im Verdacht, zahlreiche Herointransporte per Linienbus und Pkw von Mazedonien nach Österreich organisiert zu haben. Von den Kriminellen seien regelmäßig junge Personen mazedonischer oder ex-jugoslawischer Herkunft angeworben worden, die teilweise mit gefälschten Reisepässen und Personalausweisen ausgestattet und auf dem Seeweg nach Italien und dann mit Pkw nach Österreich eingeschleust worden seien.

Einschulung in Wien
Im Land angekommen, dürften sie von der hier agierenden Gruppe in verschiedensten Wohnungen untergebracht und im Drogenverkauf eingeschult worden sein. Zu den Aufgaben gehörte, größere Heroinlieferungen in Wien zu übernehmen, zu verstecken, verkaufsfertig zu verpacken und in verschiedensten Parks in Verkehr zu setzen. Dafür sollen die Bandenmitglieder mit zehn Prozent am jeweiligen Tagesumsatz beteiligt worden sein. Da auf diese Weise täglich bis zu 800 Euro zu verdienen waren, sei es für die Organisatoren in Mazedonien kein Problem gewesen, neue Mitglieder anzuwerben, so die Ermittler.

Auch Abnehmer festgenommen
Im Zuge der Ermittlungen sind auch 16 Suchtmittelabnehmer aus dem Großraum Wien und Niederösterreich ausgeforscht und festgenommen worden, weitere zwölf wurden angezeigt. Sie stehen im Verdacht, das Heroin nicht nur für den Eigenkonsum erworben, sondern auch weiterverkauft zu haben. Rund 60 weitere Konsumenten aus Wien und Niederösterreich wurden der Staatsanwaltschaft Wien angezeigt.

Derartig hohe Tagesumsätze und Kundenzahlen waren laut Sicherheitsdirektion nur möglich, weil das von der mutmaßlichen Tätergruppe in Verkehr gesetzte Heroin über die vergangenen Monate hindurch konstant eine überdurchschnittlich gute Qualität aufwies - der Reinheitsgehalt betrug bis zu 53 Prozent - und der Preis dafür mit 40 bis 50 Euro pro Gramm vergleichsweise sehr gering war.

(apa/red)