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Schlaflos? Das hilft!

Ein Viertel der Österreicher leidet an Schlaflosigkeit - Tipps für eine ruhige Nacht

Schlafstörungen Themenbild © Bild: Thinkstock

Nacht für Nacht wälzte sich Patrizia unruhig im Bett hin und her. Schaffte sie es dann endlich einzuschlafen, war das nicht von Dauer. Nur wenige Stunden später wachte sie wieder auf. Und das ganze Theater ging von vorne los. "Mein Schlaf war total unruhig und sehr leicht“, sagt die 27-Jährige. Und das wirkte sich dann auf den nächsten Tag aus: Übelkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen gehörten jahrelang zu Patrizias Alltag.

Und nicht nur zu ihrem. Rund 25 Prozent der Österreicher leiden unter Schlafstörungen, 80 Prozent davon länger als ein Jahr. "Dennoch gehen nur 35 Prozent der Betroffenen zum Arzt“, sagt Schlafmediziner Michael Saletu. Ein Fehler. Denn je länger man wartet, umso höher ist die Gefahr, langfristig gesundheitliche Probleme zu entwickeln. Forscher fanden heraus, dass bereits eine Woche Schlafmangel Hunderte von Genen beeinflussen kann. Vor allem jene, die für Entzündungen, die Immunabwehr und Stressreaktionen verantwortlich sind.

Frauen sind häufiger betroffen

Inzwischen unterscheiden Ärzte mehr als 90 verschiedenen Arten von Schlafstörungen. "Schlafprobleme haben viele Gesichter", sagt der Psychologe Günther Amann-Jennson. Zu den häufigsten zählen erschwertes Ein- und Durchschlafen sowie zu frühes Aufwachen. "Der Tagesablauf ist verantwortlich für den Schlaf. Es gibt nichts, was ihn nicht tangiert", betont der Experte.

Das Problem kennt auch Barbara Urdl. Die Studentin hat seit ihrer Kindheit Einschlafprobleme. Ihre Gedanken kreisen ständig um den Alltag. Urdl nimmt ihre Probleme mit ins Bett und schafft es nicht, abzuschalten. Durch diese verzögerten Einschlafphasen kommt es zu weiterem Stress, der die Schlafzeit nochmals um einige Stunden verkürzt. Ein Teufelskreis, der sich besonders in lernintensiven Phasen negativ auswirkt. "Oft muss ich Prüfungen absagen oder Seminare abbrechen", sagt sie. Mit nur fünf Stunden Schlaf pro Nacht hat sich die 24-Jährige bereits arrangiert.

"Viel zu kurz", meint Eleonora Brandl, Expertin für Schlafapnoe. Denn: "Erwachsene brauchen sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht. Frauen zum Teil sogar eine bis zwei Stunden mehr. Doch gerade sie sind es, die häufiger zu Schlafstörungen neigen", so Brandl.

Wie man sich bettet, so schläft man

Generell gilt: "Dauert die Schlaflosigkeit länger als einen Monat, sollte man einen Arzt aufsuchen", sagt Neurologe Manfred Walzl. Denn die Gründe dafür können sehr vielfältig sein. Handelt es sich um nicht-organische Ursachen, kann die Lösung denkbar einfach sein. Bei 90 Prozent der Betroffenen genügt es, die Schlafumgebung zu optimieren oder den Lebensstil umzustellen. "Der Mensch verbringt pro Jahr etwa vier Monate im Schlaf. Deshalb ist das Bett aus biologischer Sicht das wichtigste Möbelstück", so Amann-Jennson.

Auch Raumtemperatur (etwa 16 bis 18 Grad) und Luftfeuchtigkeit (50 bis 60 Prozent) tragen viel zum gesunden Schlaf bei. Dazu kommt ein regelmäßiger Schlaf-Rhythmus. "Man sollte etwa auch am Wochenende zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen wie sonst", rät Walzl. Übrigens schläft jeder statistisch in der Nacht von Sonntag auf Montag am schlechtesten, von Freitag auf Samstag dafür am besten.

Und noch ein Tipp: Wer innerhalb von 15 Minuten noch nicht eingeschlafen ist, sollte wieder aufstehen und erst ins Bett gehen, wenn die Müdigkeit eintritt. Negativ wirken sich in jedem Fall Alkohol, Nikotin, Fernsehen, Abendsport oder Streitgespräche aus. Doch keine Sorge: Falls es doch einmal zu einer Diskussion kommt, dann raten Mediziner zu Versöhnungssex. Dieser fördert nämlich den Schlaf.

Wie Sie Ihr Schlafzimmer perfekt einrichten, lesen Sie im NEWS 03/14.

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