Schläger zertrümmert, Match vergeigt: Frustrierter Agassi verliert gegen Nr. 246

Gegner Stoppini gewann erst sein zweites ATP-Match WTA: Bammer will Pierce-Comeback versalzen

Andre Agassi hat in der Vorbereitung auf seine letzten US Open einen weiteren Dämpfer erlitten. Der 36-jährige US-Tennisstar, der nach dem am 28. August beginnenden Grand-Slam-Turnier in New York zurücktritt, verlor beim ATP-Turnier in Washington gleich in seinem ersten Match gegen den italienischen Qualifikanten Andrea Stoppini mit 4:6,3:6.

Bei 0:3 im zweiten Satz zertrümmerte Agassi vor Wut seinen Schläger, nach insgesamt nur 62 Minuten hatte er aber ausgelitten und war danach fast ebenso fassungslos wie sein überraschter Gegner. "Manchmal war ich aggressiv wenn ich besser geduldig geblieben wäre, manchmal war es genau umgekehrt. Ich wollte die Bälle halbwegs gut treffen, aber der Platz ist immer kleiner und kleiner geworden. Ich war einfach nur schlecht und frustriert", gestand der fünffache Washington-Sieger Agassi nach seinem 17. und letzten Auftritt in der US-Bundeshauptstadt.

Stoppini gewann sein erst 2. ATP-Match
Der um zehn Jahre jüngere Stoppini, der als Nummer 246 der Welt nach überstandener Qualifikation am Montag mit dem Sieg gegen Paul Goldstein sein erstes Match auf der ATP-Tour gewonnen hatte, meinte: "Ich hatte keinen Plan. Anfangs war ich so nervös, dass ich keinen Ball sauber getroffen habe. Aber dann habe ich einfach nur mein Bestes gegeben."

Agassi war an diesem Tag jedenfalls kein gutes Vorbild für den jungen Briten Andy Murray. Mit dem hatte Agassi in Washington auf Bitte seines Ex-Coaches Brad Gilbert intensiv trainiert. Der 19-jährige, gebürtige Schotte, wird seit kurzem von Gilbert gecoacht und soll das britische Tennis endlich wieder zu neuen Höhen führen. Die derzeit größte Sorge von Gilbert: Andy hat bei 1,85 m nur 68 Kilo. Sein Ziel muss sein, in 18 Monaten ärmellos zu spielen und Oberarme wie Rafael Nadal zu haben."

WTA San Diego: Hingis gibt Kournikova Tipps
Beim WTA-Millionenturnier in San Diego verzeichnete Martina Hingis einen erfolgreichen Auftakt und schrieb danach der Russin Anna Kurnikowa etwas ins Stammbuch. "Wenn sie wirklich auf die Tour zurückkehren will, muss sie es professionell angehen. Nur eine Woche davor zu trainieren, wäre wohl zu wenig", sagte die Schweizerin, die ihre Karriere selbst lange unterbrochen hatte. Kurnikowa war 2003 von einer angeblichen Rückenverletzung gestoppt worden, das russische Pinup hatte seitdem die Öffentlichkeit über ihre Tennis-Pläne stets im Dunklen gelassen.

Bammer will Pierce-Comeback versalzen
Die Österreicherin Sybille Bammer trifft in San Diego auf Titelverteidigerin Mary Pierce, die an der Westküste nach sechsmonatiger Verletzungspause ihr Comeback gibt. "Ich bin enthusiastisch und glücklich, dass ich wieder spielen kann", sagte die 31-jährige Französin, die überzeugt ist, nicht viel verpasst zu haben. "Außer der Rückkehr von Hingis hat sich ja nicht viel geändert." Pierce glaubt aber, ihren Titel verteidigen zu können. "Das wäre fantastisch. Aber in erster Linie will ich auf dem Platz Spaß haben."
(APA/red)