WM-Abfahrt Damen von

Marion Rolland holt Gold

Französin krönt sich zur Abfahrtsweltmeisterin - ÖSV-Damen ohne Medaillenchance

  • Marion Rolland, Ski-WM Schladming 2013, Abfahrt
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    Volksfest in Schladming, und am Ende jubelt eine Französin: Die 30-jährige Marion Rolland ist die neue Abfahrtsweltmeisterin.
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  • Ski-WM Schladming, Fans
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    Riesenparty am Abfahrts-Sonntag. Die angereisten Schlachtenbummler drücken ihren Sportlerinnen die Daumen.

In einem verrückten Rennen hat sich Marion Rolland in Schladming sensationell zur Abfahrts-Weltmeisterin gemacht. Die 30-jährige Französin raste am Sonntag mit Startnummer 22 zum ersten Karriere-Sieg und damit zugleich zu Gold vor der Italienerin Nadia Fanchini und der Deutschen Maria-Höfl Riesch. Österreichs Damen gingen nicht nur leer aus, sie wurden wie auch die US-Amerikanerinnen deutlich geschlagen.

Beste Österreicherin wurde Andrea Fischbacher auf Platz acht. Erstmals seit 1987 in Crans Montana ist Österreich damit bei einer WM wieder ohne Speed-Medaille geblieben. Nach fünf Rennen stand bis zum ersten WM-Sonntag lediglich Kombi-Bronze von Nicole Hosp zu Buche.

Das Königsrennen der Damen ging damit in Abwesenheit von Lindsey Vonn nicht an eine erwartete Läuferin, vielmehr schaffte es mit Höfl-Riesch nur eine der Top-Favoritinnen auf das Podest. Supergleiterin Rolland, die 2010 bei Olympia ihren kuriosen Sturz am Start mit einem Kreuzbandriss bezahlt hatte, überraschte am meisten.

Denn während bis dahin alle anderen trotz Serien-Zwischenbestzeiten an der überraschenden Bestzeit der mit Nummer zwei gefahrenen Fanchini zerschellt waren, hielt die Französin als einzige ihren Speed bis zum Schluss.

Moser eröffnet ÖSV-Misere

Die Damen-Abfahrt präsentierte sich wetterbedingt und bei zweistelligen Minus-Temperaturen extrem eisig und wellig, was einigen Damen trotz zunächst guter Sichtverhältnisse zum Verhängnis wurde. Mehrere wilde Stürze sorgten für Unterbrechungen, den heftigsten verzeichnete die Österreicherin Stefanie Moser, die nach einem Bindungsbruch in der Ausfahrt des Schladming-S mit fast 100 km/h frontal ins A-Netz krachte. Nach zwei weiteren Stürzen war das Rennen nach nur fünf Läuferinnen schon 35 Minuten alt.

Die Sonne nutzte die Pause um kurz zu verschwinden und bei der Topgruppe wieder zu kommen. Das alleine reichte aber nicht, um den kuriosen Verlauf des Rennens sofort erklären zu können. Andrea Fischbacher, Anna Fenninger und Elisabeth Görgl waren bis zum Breilerhang ebenso klar schneller als Fanchini (nur 27. Zeit oben) wie Höfl-Riesch, Tina Maze und Co. Ab dann war aber selbst für die Topfavoritinnen nichts mehr zu holen.

Für Rolland keine Sensation

Als noch alle rätselten und sich schon mit Gold für Fanchini abgefunden hatten, kam als letzte der Topgruppe Rolland. Wie Fanchini und Riesch profitierte auch sie auf der pickelharten Streicher-Piste von ihrem weichen Fahrstil und einer feinen Linie bei den langen Schwüngen. "Sensation ist das deshalb keine. Ich habe gewusst, dass ich hier schnell sein kann", blieb die Französin cool. Schon beim Finale im März 2012 war sie hier hinter Vonn Zweite gewesen.

Trotz fünf Starterinnen waren im ÖSV-Abfahrtslager die Erwartungen zwar nicht allzu hoch gewesen, nachdem nur Fenninger zuvor im Weltcup auf das Podest gekommen war. Die starke Kombi-Abfahrt hatte aber doch Hoffnung geweckt, Deshalb waren nun die Plätze acht (Fischbacher), zehn (Görgl), elf (Fenninger) und 18 (Regina Sterz) doch eine Riesen-Enttäuschung.

Fenninger enttäuscht erneut

Während die hoch gehandelte Fenninger ("Es war extrem schwierig nach den vielen Unterbrechungen") ihre dritte WM-Enttäuschung hinnehmen musste, war die mit einem 22. Platz ins Team gekommene Fischbacher wie schon im Super-G die beste ÖSV-Läuferin. "Die Verzögerung durch den Sturz von Moser war kein Grund. Ich habe zu viele Fehler gemacht, es war sehr kräfteraubend", sagte die Super-G-Olympiasiegerin seufzend.

So standen am Ende zwei Außenseiterinnen und Höfl-Riesch auf dem Abfahrtspodest. "Das ist das Kreuzband-Podest. Jede von uns hatte mindestens schon zwei", meinte die deutsche Kombi-Weltmeisterin nach ihrer bereits zweiten Schladming-Medaille. "Es war wirklich schwierig heute, denn die Piste war prügelhart."

Fanchini nach Verletzungspech zurück

Die schnellsten zwei Abfahrtsdamen wurden an diesem Sonntag für unglaubliches Verletzungs-Pech belohnt. Fanchini (26) etwa hat durch schwerste Sturzverletzungen und Herzprobleme gleich drei Jahre verloren. Die mittlere der drei Fanchini-Schwestern rätselte selbst ein wenig. "Das war die erst vierte Abfahrt seit meinem Comeback. Das ist unglaublich."

Auch Rolland war außer sich. "Seit meiner Kindheit träume ich davon, Weltmeisterin oder Olympiasiegerin zu werden. Ich habe so viel Pech gehabt in meinem Leben. Man muss an seine Träume glauben, dann werden sie irgendwann wahr", sagte die 30-jährige aus St. Martin d'Heres in Südostfrankreich.

Rolland holte nicht nur das erste französische Damen-Abfahrtsgold seit Marielle Goitschel 1966 und damit 57 Jahren. Sie machte die Grande Nation bei Halbzeit auch im Medaillenspiegel zur Nummer eins in Schladming.

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