Schladming wieder gescheitert: FIS vergibt Alpine Ski-WM an Garmisch-Partenkirchen

Steirer unterlagen bei Abstimmung für WM 2011 Nächster Versuch 2013. Gegen Gegner aus Übersee?

Unmittelbar nach der Niederlage im Kampf um die alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 gegen Garmisch-Partenkirchen hat Schladming schon die nächste WM-Kandidatur bekannt gegeben. Nach zwei gescheiterten Versuchen hoffen die Steirer nun auf den Zuschlag für 2013, sofern kein Übersee-Bewerber Interesse an diesem Großereignis bekundet. Denn im neuen Jahrtausend sind bisher ausschließlich europäische Skiorte als WM-Veranstalter zum Zug gekommen.

Vail 1999 war bisher der letzte Schauplatz außerhalb Europas. Danach folgten St. Anton (2001), St. Moritz (2003) sowie Bormio/Santa Caterina (2005), und die nächsten drei Weltmeisterschaften finden in Aare (2007), Val d'Isere (2009) und eben Garmisch-Partenkirchen (2011) statt. Sollte sich also etwa ein koreanischer oder US-Bewerber für 2013 finden, ist es gut möglich, dass Schladming, zuletzt 1982 WM-Ausrichter, im dritten Anlauf erneut eine Niederlage einstecken muss. Auch Val d'Isere hatte erst im siebenten Anlauf den Zuschlag erhalten, Garmisch im sechsten.

Wohl auch aus diesem Grund hatte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel vor dem 45. Kongress des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) einen Antrag eingereicht, dass künftig die Wahl der WM-Orte wieder durch die FIS-Delegierten und nicht mehr durch den Vorstand vorgenommen werden sollte. 1996 beim FIS-Kongress in Neuseeland, als St. Anton den Zuschlag für die WM 2001 erhalten hatte und damals mit viel Geld um die Stimmen der kleinen Nationen gefeilscht worden war, hatte Schröcksnadel selbst eine Abkehr von diesem Wahlmodus beantragt. Eine Rückkehr zu diesem wäre nun sicher ein Vorteil für finanzstarke Verbände wie den ÖSV.

Während über den ÖSV-Antrag erst im Laufe des Freitags entschieden wurde, ist es dagegen fix, dass das umstrittene "Wettbremsen" in den für die Startreihenfolge der alpinen Abfahrts-Weltcuprennen bisher ausschlaggebenden Abschlusstrainings Geschichte ist. Vorerst wurde in Portugal die umgekehrte Reihenfolge der Top 30 der Weltrangliste als Grundlage zur Erstellung der Startliste beschlossen. Ob dieses schon im Super G praktizierte Reglement aber tatsächlich angewendet werden wird, ist noch Gegenstand von Diskussionen, die das Alpin-Komitee der FIS im September führen wird. Auch die umgekehrte Reihenfolge des bisher letzten Rennens bzw. der jeweils aktuelle Stand im Abfahrts-Weltcup sind Alternativen.
(APA/red)