Schladming erhält Alpine Ski-WM 2013:
Damit bereits neuntes Mal WM in Österreich

Zuschlag gegenüber Vail, St. Moritz und Cortina Dritte Bewerbung in Folge führt endlich ans Ziel

Schladming erhält Alpine Ski-WM 2013:
Damit bereits neuntes Mal WM in Österreich
© Bild: Reuters/Törnström

Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2013 finden in Schladming statt. Beim 46. Kongress des Internationalen Skiverbandes FIS in Kapstadt/Südafrika setzte sich der Favorit aus Österreich gleich im ersten Wahlgang mit zehn Stimmen gegen die drei Konkurrenten Beaver Creek/Vail (4), St. Moritz und Cortina d'Ampezzo (je 1) durch. Unmittelbar nach dem Zuschlag gab ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel seinen Rücktritt aus dem FIS-Vorstand bekannt.

Für Schladming sind damit aller guten Dinge drei. Zuvor war die steirische Ski-Hauptstadt mit ihrer Bewerbung um die WM 2009 Val d'Isere und 2011 Garmisch-Partenkirchen unterlegen, beim dritten Anlauf in Folge galt man aber als klarer Favorit. Damit findet nach 1982, als man zusammen mit Haus Austragungsort gewesen war, zum zweiten Mal eine Alpin-WM in Schladming statt. Insgesamt ist es die 9. Alpin-WM in Österreich (inklusive Olympia 1964 und 1976 in Innsbruck), das zuletzt 2001 mit St. Anton Gastgeber gewesen war. Schladming ist berühmt für sein Night Race, das jährlich über 40.000 Zuschauer anlockt.

"Schönster Tag in meinem Leben"
Weil es bei der Wahl eine so schnelle Entscheidung gegeben hatte, verkündete FIS-Präsident Gian-Franco Kasper bereits um exakt 19.00 Uhr den Sieger. Schon davor hatte man etwas überraschend Val di Fiemme in Italien als Schauplatz der Nordischen WM 2013 sowie Vikersund in Norwegen als jenen der Skiflug-WM 2012 verkündet. Als einzige Bewerber bekommen Voss/Norwegen die Freestyle-WM 2013 und ebenso Stoneham/Kanada die Snowboard-WM 2013 zugesprochen.

Die Schladming-Delegation lag einander nach der Vergabe in den Armen und OK-Chef Hans Grogl sprach vom "schönsten Tag in meinem Leben." Es sei, wie wenn ein Skifahrer ein großes Rennen gewänne und das Ergebnis jahrelanger Arbeit, betonte Grogl während der steirische Landeshaupt Franz Voves betonte, dass die Landesregierung geschlossen hinter der Bewerbung gestanden sei.

Beide dankten vor allem Schröcksnadel, der sich intensiv eingesetzt habe. Dass Schröcksnadel als Folge des Turiner Dopingskandals für den WM-Zuschlag das "Bauernopfer" seines Rücktrittes bringen habe müssen, verneinte der ÖSV-Präsident vehement. "Blödsinn, Wir haben alle eine gute Freundschaft im Vorstand. Dort sind kluge Leute, die wissen wie man richtig entscheidet", sagte Schröcksnadel. Vielmehr sei er einfach nicht mehr der Jüngste und es gehe ums seine Lebensqualität, begründete der 66-Jährige seinen Rücktritt.

"Ich habe nun ein Ziel erreicht und ich möchte neben dem Job als ÖSV-Präsident nun Schladming begleiten", erklärte der Tiroler, der aber dann selbst den Turiner Dopingskandal kurz erwähnte. Ganz offensichtlich hat es beim Kongress doch noch einige - laut Schröcksnadel "kleine" - Strafen gegen österreichische Trainer gegeben. Damit sei die Sache nun aber endgültig vom Tisch, betonte Schröcksnadel.

Schon nach der viertelstündigen Präsentation, zu der Schladming um 16.45 Uhr Ortszeit als letzter der vier Bewerber, aber dafür mit der deutlich größten Delegation angetreten war, herrschte große Zuversicht bei den Österreichern. Die anwesenden Politiker machten dabei deutlich, dass man landesweit hinter der Bewerbung stehe.

WM der kurzen Wege
Landeshauptmann Voves, der als ehemaliger Eishockeyspieler selbst acht Mal bei Olympia oder einer WM gewesen war, hatte in seiner emotionalen Rede herausgestrichen, dass Skifahren und Österreich praktisch eins seien und zudem nochmals auf die Vorteile Schladmings verwiesen - Kurze Wege, alles ist für die WM im Februar 2013 bereits fertig - hingewiesen. Im anschließenden Bewerbungsfilm wurde zudem der Sicherheitsaspekt betont und auch auf das neue Krankenhaus neben der Skipiste verwiesen.

Für die Region und die ganze Steirermark würde die WM-Vergabe einen Innovationsschub bedeuten, betonte Voves. Er lade die Bundesregierung ein, tatkräftig mitzuhelfen. Man werde die gesamte Infrastutur gewaltig aufwerten und die Stimmung des Night Races mit zur WM hinübernehmen, betonte Voves.

(apa/red)