WM-Abfahrt Damen von

Verteidigt Liz Görgl ihren Titel?

Kampf um Abfahrtsgold mit fünf ÖSV-Damen - Fight mit Maze und Mancuso

Elisabeth Görgl, ÖSV © Bild: APA/EPA/Karaba

Lindsey Vonn ist nach den im Super-G erlittenen Knieverletzungen in der heutigen WM-Abfahrt in Schladming (11.00 Uhr live im NEWS.AT-Ticker) statt Topfavoritin nur TV-Zuseherin. In Abwesenheit der Dominatorin in dieser Disziplin dürfen auch die Österreicherinnen mit dem Titel spekulieren. Im Training bzw. der Kombi-Abfahrt präsentierten sich Titelverteidigerin Elisabeth Görgl und Co. in starker Form. Die Piste ist knackig hart, und auch wenn die Steilheit fehlt, gewann die Abfahrt dank Wellen an Attraktivität.

Auch nach zwei Trainingsbestzeiten will sich Regina Sterz nicht unter Druck setzen lassen. "Ich zähle mich nach wie vor nicht zu den Favoriten, ich bin heuer noch nie auf dem Stockerl gestanden. Ich hoffe, dass ich die Lockerheit von den Trainings in das Rennen mitnehmen kann. Und ich habe noch Reserven", sagte die 27-Jährige, die zuletzt Fünfte in Cortina war. "Für mich sind Maze und alle, die bisher eine Medaille gewonnen haben, die Topfavoritinnen. Mit einer Medaille bist du einfach locker unterwegs."

Freilich sieht sie auch die eigenen Kolleginnen als Konkurrentinnen um Edelmetall, schließlich hätten alle gute Leistungen gezeigt. "Ich glaube, dass es eine enge Geschichte werden wird." Wie alle Teamkolleginnen hat auch Sterz eine große Freude damit, dass die kalten Temperaturen die Piste knackig gemacht haben. "Lieber härter als weicher", meinte sie.

"Das Leichte kann jeder"

Je kälter es wurde, desto zuversichtlicher wurde auch Anna Fenninger, der die mit der Slowenin Tina Maze geteilte Bestzeit in der Kombi-Abfahrt natürlich zusätzlich Auftrieb gab. "Knackig taugt mir um einiges mehr. Das Leichte kann jeder, das Schwierige muss man sich zutrauen. Man muss technisch gut fahren. Die Skitechnik bringt mir den Vorteil. Darum bin ich da, wo es schwierig ist, sehr schnell. Das hat man auch in St. Anton gesehen", sagte die Salzburgerin, die in dieser Saison viermal in den Top-Acht war.

Von allein kam das Selbstvertrauen auf Eis freilich nicht. "Ich habe mich in den letzten Jahren weiterentwickelt, weil das im Weltcup sehr wichtig ist. Ich habe viel auf eisigen Pisten trainiert."

Geheimtipp aus Italien

"Gas geben", möchte auch Görgl, sie hat zuletzt mehrere Schritte nach vorne gemacht und zeigte sich als Dritte in der Super-Kombi-Abfahrt bereit für das Projekt erfolgreiche Titelverteidigung: "Ich will ganz locker reingehen. Zu den Favoritinnen zählen die Amerikanerinnen, die Schweizerinnen und Tina Maze. Aber auch wir haben uns hier ganz gut präsentiert", sagte die Steirerin. Nicht vergessen darf man auch die Italienerinnen, Sofia Goggia mauserte sich in den vergangenen Tagen zum Medaillen-Geheimtipp.

Ihr Ziel mit der WM-Teilnahme bereits erreicht hat Stefanie Moser. "Ich bin sehr glücklich damit. Alles was am Sonntag kommt, ist nur eine Zugabe. Ich kann nur positiv überraschen. Ich habe keinen Druck, kann locker drauflosfahren." Sie erwarte von sich, einen guten und soliden Lauf zusammenzubringen. "Die Strecke liegt mir gut. Teilweise extrem eisig, teilweise musst extrem mit Gefühl fahren, eine extrem lässige Strecke."

Nach dem fünften Platz zum Saisonauftakt in Lake Louise musste Moser bis St. Anton warten, um als 13. das Ergebnis zumindest halbwegs zu bestätigen. "Ich hatte mir zu viel Druck aufgelegt, deshalb hat es lange nicht so funktioniert."

Fünftes Ticket an Fischbacher

Nur 22 der 51 gemeldeten Damen haben am Samstag am dritten Abfahrtraining in Schladming teilgenommen. Unter den prominenten Abwesenden waren auch Görgl und Fenninger, die aber wie die ebenfalls fehlenden Tina Maze, Maria Höfl-Riesch und Lara Gut inklusive Kombiabfahrt bereits dreimal über die Streicher gefahren sind. Andrea Fischbacher wurde für ihren Einsatz mit dem fünften und letzten ÖSV-Ticket für das WM-Rennen belohnt.

Österreich geht damit mit Titelverteidigerin Görgl, Fenninger, Regina Sterz, Stefanie Moser und Fischbacher in den dritten Damenbewerb. Die Salzburgerin Fischbacher bekam den Vorzug gegenüber Nicole Schmidhofer, der Trainerentscheid wurde nach dem letzten Training gefällt. In diesem war Fischbacher um über zwei Sekunden schneller als die Konkurrentin. Damen-Cheftrainer Herbert Mandl begründetet die Entscheidung damit, dass Fischbacher in allen Trainings überzeugen konnte.

Schnellste war am Samstag die US-Amerikanerin Stacey Cook in 1:50,87 Minuten vor der Französin Marion Rolland (1,83 Sek. zurück) und der Österreicherin Stefanie Moser (2,34). Als Sechste hatte Fischbacher 2,73 Rückstand. Regina Sterz kam nach zwei Trainingsbestzeiten dieses Mal an die neunte Stelle (3,05), Schmidhofer wurde 16. (4,87).

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