Schladming 2013 von

Mitfavoritin Fenninger

Die Salzburgerin kämpft im Super-G um eine Medaille - "Bin stolz, dabei zu sein"

Anna Fenninger © Bild: GEPA pictures/ Hans Simonlehner

Anna Fenninger ist Österreichs große Hoffnung für den Damen-Super-G (Dienstag, 11.00 Uhr, LIVE auf NEWS.AT). Neben den Saisonsiegerinnen Lindsey Vonn aus den USA (siegreich in Lake Louise, St. Moritz), Tina Maze aus Slowenien (St. Anton) und Viktoria Rebensburg aus Deutschland (Cortina) zählt die Salzburgerin zu den Favoritinnen für das erste WM-Rennen. Österreich erhofft sich zum Auftakt der Heim-Titelkämpfe eine Medaille, am Start sind neben Fenninger Titelverteidigerin Elisabeth Görgl, Nicole Schmidhofer, Andrea Fischbacher und Regina Sterz. Den Super-G eröffnen wird Nicole Schmidhofer. Die Lachtalerin wird dabei wohl Testpilotin sein. Renndirektor Atle Skaardal rechnet mit einer "extremen Situation". Vor allem im unteren Teil ist die Strecke durch den Regen weicher geworden. Die Kurs-Setzung erfolgt deshalb erst unmittelbar vor dem Rennen.

Die erhoffte "knusprig harte Piste" wird es aufgrund der Neuschneemengen aller Voraussicht nach nicht werden, ÖSV-Cheftrainer Herbert Mandl sieht aber ungeachtet der äußeren Einflüsse Medaillenpotenzial in seinem Quintett liegen. "Eine Medaille pro Disziplin ist realistisch und unser Ziel", bleibt Mandl bei seinen Vorstellungen. Das Profil der Strecke sei nicht das "spektakulärste", er hoffte aber, dass gegenüber dem Weltcupfinale im vergangenen März mit Präparierung und (für die Abfahrt/Anm.) eingebauten Sprüngen eine Steigerung auf der "Streicher" möglich war.

Einige der mit Startnummern zwischen 16 und 22 fahrenden Top-Favoritinnen fürchteten bereits, dass die Piste der Beanspruchung nicht standhalten und das Rennen irregulär ablaufen könnte. "Damit muss man rechnen. Ich denke nicht, dass die Piste besonders hart sein wird", äußerte auch ÖSV-Damenchef Herbert Mandl Bedenken. Allerdings würde viel von der Kurssetzung abhängen. "Aber der Mittelstation ist es ohnehin eher eine Schlängelei. Wenn man dort weniger Kurven setzt, wird auch die Spur nicht dramatisch nachlassen", hoffte Mandl.

Noch kein Saisonsieg

Beim Saison-Kehraus 2012 auf weichem Frühlingsschnee hatte sich Rebensburg vor Julia Mancuso (USA), Marion Rolland (FRA) und Fenninger durchgesetzt. Fenninger ist Österreichs größte Medaillenhoffnung im Damen-Lager, im Super-G fehlt ihr aber noch ein Sieg in der Erfolgsbilanz, in der laufenden Saison war sie einmal Zweite und einmal Dritte. Doch auch vor den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Garmisch-Partenkirchen standen die Zeichen nicht unbedingt auf Goldrausch der ÖSV-Damen, mit vier Titeln wurden jedoch alle Erwartungen übertroffen.

"Ja, als Mitfavoritin sehe ich mich vielleicht, weil ich meine Leistung gebracht habe, aber ich habe bisher noch keinen Super-G gewonnen", gab Fenninger zu bedenken. "Aber ich fühle mich sehr gut im Super-G, ich bin im Training wieder das gefahren, was ich kann. Ich bin im Moment in einer guten Form. Und ich war ja im Super-G schon einmal sehr nahe an einer Medaille dran." 2009 in Val d'Isere war sie Vierte, 2011 in Garmisch-Partenkirchen Fünfte.

Heim-WM nur einmal im Leben

Vom Kopf her traue sie sich alles zu, sie werde jedenfalls locker in ihr erstes Rennen bei der WM gehen, sagte die 23-Jährige, für die die Heim-Titelkämpfe natürlich etwas ganz "Spezielles" sind. "So etwas hat man nur einmal im Leben. Ich bin stolz, dass ich dabei sein kann und um eine Medaille kämpfen darf. Ob der Druck zu groß ist oder nicht, ist jetzt schwer zu sagen", merkte die Super-Kombinationsweltmeisterin von 2011 an.

Schmidhofer landete in Cortina als Zweite hinter Rebensburg auf dem Podest, die niedrige Startnummer und noch bessere Verhältnisse beim durch Schneefall verkürzten Rennen spielten der Steirerin in die Hände. All das könnte am Dienstag auch eintreffen. "Dann hätte ich gerne wieder die Nummer drei. Bei dem Wetter ist alles möglich, das könnte mir entgegenkommen, aber wir werden sehen", meinte die 23-Jährige. "Ich will meine Trainingsleistungen umsetzen, dann ist alles möglich. Ich habe große Motivation und Selbstvertrauen. Dabeisein ist nicht alles."

Görgl: "Glaube an meine Fähigkeiten"

Das gilt natürlich auch für Titelverteidigerin Görgl, die nach einer zähen Saison "den Schwung wieder gefunden" hat. Über einen zwölften Platz in Cortina ist die 31-Jährige im laufenden Winter noch nicht hinausgekommen. "Ich glaube aber an mich und meine Fähigkeiten", gab sie sich selbstbewusst. Ohne Druck gehen Olympiasiegerin Fischbacher und Sterz ins Rennen, sie schafften als beste Leistungen zehnte Plätze, die Erwartungshaltung an sie ist geringer als an die Teamkolleginnen.

"Ich habe mich auf das neue Material eingestellt, ich werde auf mich vertrauen. Ich bin sicher nicht nur da, um dabei zu sein", hat sich Fischbacher vorgenommen. "Ich bin dankbar, dass ich dabei bin, denn ich hatte keine wirklich guten Leistungen, ich hoffe, ich kann eine Antwort auf das mir entgegengebrachte Vertrauen geben." Aufgeregt ist Sterz, die erstmals bei einem Großereignis in einem Super-G am Start ist. "Noch bin ich nicht nervös, aber noch hat es nicht angefangen. Ich freue mich jedenfalls voll", berichtete die Tirolerin.

Kommentare