WM-Tagebuch von

Nackt durch Schladming

Die Promotion ist lückenlos. Nur Kjetil Aandre Amodt wurde offenbar vergessen.

ÖBB-Zelt am Bahnhof Schladming © Bild: NEWS.AT/Fischer

Wenn Sie am Bahnhof in Schladming ankommen, dann wartet schon ein Begrüßungskomitee auf Sie. Weil Sie es jetzt lange genug in einem Zug ausgehalten haben, hat die ÖBB einen Verpflegungsstand aufgebaut. Und damit Sie sich nicht zu sehr schrecken, wenn Sie dann Richtung Planai pilgern, werden Sie sicherheitshalber schon mal mit der traditionellen Ski-Umtata-Musik beschallt. Da soll noch einer sagen, die Eisenbahn wäre nicht kundennah.

Wenn Sie dann aus den Suburbs nach Downtown-Schladming gekommen sind, geht das muntere Promotion-Treiben weiter. Von der Ski-Mütze bis zum Müsliriegel bekommen Sie praktisch alles in die Hand gedrückt. Manchmal glaube ich fast, Sie könnten pudelnackt am einen Ende der Stadt starten und kämen ohne einen Cent ausgegeben zu haben am anderen Ende vollständig angezogen wieder raus.

Vielleicht habe ich aber auch ein wenig übertrieben. Oder Kjetil Aandre Amodt wurde irgendwie vergessen. Sonst wäre nicht zu erklären, warum der Norweger beim Legenden-Charity-Rennen in Jeans angetreten ist. Das kennt man sonst nur von einer Urlaubergruppe, die Lift und Ski nur dazu braucht, um spät am Abend die Bergrettung mit Arbeit zu versorgen.

Die EURO war schlimmer
Aber es bleibt im Vergleich zu anderen Veranstaltungen durchaus im Rahmen. Ich erinnere mich noch lebhaft an die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz und an meinen Ausflug zur EURO 2012 in die Ukraine. Da ist die Ski-WM fast eine antikapitalistische Veranstaltung. Und die Schladminger dürfen ihr eigenes Bier verkaufen, was auch ein Glück ist.

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