WM-Kombi Herren von

Bei Raich kribbelt's schon

Tiroler hat sich am letzten Drücker für seine 8. WM qualifiziert - "Jetzt soll's rundgehen"

Benjamin Raich und Mathias Berthold © Bild: GEPA/Kneisl

Mit der Super-Kombination nimmt Benjamin Raich heute (12.00 und 18.15 Uhr live im NEWS.AT-Ticker) in Schladming seine bereits achte Ski-WM in Angriff. "Ich spüre dieses gewisse WM-Kribbeln nach wie vor in mir. Ich habe dieses Feeling, das es braucht, um eine starke Leistung zu bringen", versicherte der Tiroler. "Wäre es nicht so, müsste ich sowieso aufhören", fügte der Besitzer einer eindrucksvollen, zehnteiligen WM-Medaillensammlung (3 Gold, 6 Silber, 1 Bronze) hinzu.

Raich ist nach zweimal "Blech" in den Speed-Disziplinen Österreichs größte Hoffnung auf die erste Herren-Medaille in Schladming. Die ganz großen Gold-Favoriten sind aber mit Ivica Kostelic (CRO), Alexis Pinturault (FRA) und Aksel Lund Svindal (NOR) andere. Nur mit Außenseiterchancen gegen die drei weiteren Österreicher Romed Baumann, Matthias Mayer und Florian Scheiber in den Bewerb.

Im WM-Winter hatte es lange danach ausgesehen, dass Raich in Schladming lediglich in der Super-Kombi an den Start gehen darf. Mit all seiner Routine hat der Pitztaler aber noch rechtzeitig die Kurve gekratzt und auch die Tickets für Riesentorlauf und Slalom gelöst.

"Jetzt soll's rundgehen"

"Ich habe bis zum letzten Durchgang darum gekämpft und es ist aufgegangen. Ich freue mich schon viele Jahre auf diese WM in Schladming. Jetzt kann man nur noch loslassen und es passieren lassen. Jetzt soll's rundgehen", meinte Raich voller Vorfreude. Mit vier Siegen ist der 34-Jährige Rekord-Champion beim Schladminger Nacht-Slalom. Ein gutes Omen für das Ehrenmitglied des lokalen Wintersportvereins (WSV), denn die Medaillenentscheidung fällt am Montag ebenfalls unter Flutlicht.

"Ich habe meine Chancen auf eine Medaille, in allen drei Disziplinen." Und nach Raichs Ansicht hätte es ruhig noch ein Start mehr sein können. Denn Raich war im Super-G des Weltcup-Finales 2012 in Schladming Fünfter. Und so wie Marcel Hirscher wäre auch er "logischerweise" gerne den WM-Super-G gefahren. Auf ein diesbezügliches Facebook-Posting hat er jedoch verzichtet.

"Ich bin nicht zur Super-G-Quali eingeladen worden. Das sind Entscheidungen, die zu akzeptieren sind. Und wirklich groß aufgedrängt hab ich mich ja auch nicht, um jetzt aufmucken zu können", sagte Raich. Den Teambewerb, in dem er sich vor zwei Jahren bei der WM in Garmisch-Partenkirchen einen Kreuzbandriss im linken Knie zuzog, wird der Routinier auf jeden Fall nicht bestreiten.

Auch Sotschi ist ein Thema

Der Doppel-Olympiasieger 2006 hat mittlerweile ein Alter erreicht, in dem sich offenbar die Reporter-Fragen nach dem Karriereende häufen. "Ich denke nicht zu weit nach hinten, aber auch nicht zu weit nach vorne. Diese Frage stellt sich für mich nicht, ans Aufhören habe ich noch keine Sekunde gedacht", stellte Raich klar. "Ich habe nach wie vor Spaß am Skifahren und kann noch immer vorne mitmischen." Deshalb spricht Raich auch von Olympia 2014 in Sotschi, und auch von der WM 2015 in Vail.

Nach wie vor offen ist, ob seine Freundin Marlies Schild am Samstag zur Titelverteidigung im WM-Slalom antreten wird. "Es geht ihr gut. Aber ich frage sie nicht, ob sie bei der WM fahren kann oder nicht. So einen unnötigen Stress für sie vermeide ich. Marlies hat ein gutes Team rund um sich, sie wird die richtige Entscheidung treffen", sagte Raich.

Nur ein ÖSV-Trio am Start

Nur mit Außenseiterchancen gehen die beiden weiteren ÖSV-Teilnehmer Romed Baumann und Matthias Mayer in den Bewerb, der ebenfalls nominierte Tiroler Florian Scheiber fällt wegen einer Knieverletzung aus. Scheiber hatte am Sonntag im letzten Abfahrtstraining nicht mehr teilgenommen. Bei einer Magnetresonanz-Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei der Verletzung um einen horizontalen Einriss des Meniskus handelt.

Topfavoriten sind der Olympia-Zweite Ivica Kostelic aus Kroatien, der französische Wengen-Sieger Alexis Pinturault sowie Super-G-Weltmeister Ted Ligety aus den USA. Titelverteidiger ist der Norweger Aksel Lund Svindal, der nach Super-G-Bronze und Abfahrts-Gold seine bereits dritte Medaille in Schladming anpeilt.

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