Schlacht verloren, Krieg gewonnen: Ried schafft nach 1:2 in Baku UEFA-Cup-Aufstieg

Fußball-Vizemeister nun in zweiter Quali-Runde Innviertler lagen zwischenzeitlich zwei Tore zurück

Der 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel hat gereicht. Die Hoffnungen der SV Ried auf den Einzug in die zweite Qualifikationsrunde des UEFA-Cups verbrannten bei großer Hitze im Tofik-Bachramow-Stadion von Baku trotz des 0:2-Rückstands bis zur 85. Minute nicht. Denn dann erlöste der zur Pause eingewechselte Hamdi Salihi mit dem Anschlusstor zum 1:2 die vor der Pause desolaten Österreicher im Duell mit Neftschi Baku.

Den Hausherren genügte eine gute, starke erste halbe Stunde zur Egalisierung des Rückstands. In einer Phase, in der die Innviertler teilweise wie gelähmt wirkten, zu wenig aggressiv auftraten, keine Ordnung in ihrem Spiel hatten, die meisten Zweikämpfe verloren und gegen die vehement anrennenden, technisch guten Gastgeber einfach kein Mittel fanden.

War in Ried das 1:0 für die Oberösterreicher durch Drechsel schon in der zweiten Minute gefallen, so dauerte es in Baku bis zur 14., ehe das erste Tor fiel. Taghizade ging auf der rechten Flanke an Rzasa vorbei und seinen Stanglpass verwertete Subasic, von der statischen Rieder Innenverteidigung interessiert beobachtet, zum 1:0.

Neftschi blieb am Drücker und in der 22. Minute hieß es 2:0 dank eines eingespielten Corners. Sadigow spielte den Ball flach zur Mitte, Taghizade und Adamija stiegen über den Ball, den der völlig freie Raschid Sadigow aus 14 Metern in die Maschen kanonierte. Adamija machte sich in der 31. Minute mit einem gefährlichen Aufsetzer bemerkbar, den aber Berger bravourös aus der rechten Ecke fischte.

Schafften die Rieder vor der Pause keine einzige wirklich gute Angriffsaktion, so waren sie nach Seitenwechsel wesentlich aktiver und - wenn auch die Aserbaidschaner mit ihren Kontern immer wieder gefährlich waren - das (Aufstiegs)-Tor lag für die Österreicher mehrmals in der Luft, bis es zu diesem Zeitpunkt verdient noch gelang, als Salihi nach einer Flanke von rechts erfolgreich war. Zwei Minuten vorher war Baku-Kapitän Taghizade nach einem groben Foul an Drechsel im der Gelb-Roten Karte vom Platz geflogen.

Vor seinem Tor hatte Salihi zwei große Möglichkeiten ausgelassen. So in der 70. Minute, als er den Ball nicht traf und in der 78., als er aus elf Metern freistehend den Ball über das Tor schoss. Zwei Minuten vorher war aber auch großes Pech im Spiel, denn Pichorner jagte den Ball an die Unterkante der Latte. Erwähnenswert waren auch ein toller Weitschuss von Erbek, den Micovic in der 64. Minute aus der Kreuzecke holte und ein knapper Fehlschuss des früheren Lustenauers. Aber auch die Konterchancen für Neftschi sollten nicht vergessen werden. Durch Alijew (64./Berger parierte), Adamija (71./Berger) und in der 89. Minute, als Berger (sein einziger Fehler) einen Freistoßball prallen ließ und der Nachschuss im Außennetz landete.

(apa/red)