Schiffsunglück vor Antarktis: Reparatur der "Nisshin Maru" geht nur langsam voran

Neuseeland will Walfänger schnell wieder loswerden Angst vor großer Umweltverschmutzung präsent

Schiffsunglück vor Antarktis: Reparatur der "Nisshin Maru" geht nur langsam voran

Die neuseeländische Regierung hat Japan aufgefordert, das havarierte Walfangschiff "Nisshin Maru" so schnell wie möglich zu bergen. Notfalls müsse die Hilfe von einem Schiff der Umweltorganisation Greenpeace oder eines Eisbrechers der US-Küstenwache angenommen werden, sagte Ministerpräsidentin Helen Clark im neuseeländischen Rundfunk.

"Die Welt wird sehr empört sein, wenn es eine größere Verschmutzung in diesem Gebiet geben sollte", sagte Clark. "Im Moment sagen die Japaner: 'Wir haben das im Griff.' Ich hoffe, das stimmt."

Die "Nisshin Maru" hat 500.000 Liter Schweröl und weitere 800.000 Liter Heizöl an Bord und treibt seit einem Brand vom vergangenen Donnerstag ohne eigene Maschinenkraft rund 175 Kilometer vom Kap Adare in der Antarktis entfernt. Dort befindet sich die weltweit größte Brutstätte für Pinguine mit rund 250.000 brütenden Paaren. Hilfe von Greenpeace hat Japan bisher abgelehnt.

Mit Generatoren stellte die Besatzung erstmals seit dem Brand die Stromversorgung auf dem Schiff her. Es ist das einzige der japanischen Walfangflotte, auf dem erlegte Tiere verarbeitet und gelagert werden können. Die Reparaturen kamen aber ansonsten nur langsam voran, berichtete die neuseeländische Schifffahrtsbehörde.

Das Wetter sei zur Zeit in der Region sehr gemäßigt und die "Nisshin Maru" treibe nach Norden von der Antarktis weg, sagte Behördensprecher Steve Corbett. Nach seinen Angaben begleiten sechs weitere japanische Walfangschiffe den Havaristen. "Sie sollten in der Lage sein, ein Abschleppmanöver zu arrangieren", sagte er.

Ministerpräsidentin Clark forderte die Regierung in Tokio außerdem auf, ihre Walfangpolitik zu überdenken. In dieser Saison sollen 945 Wale gejagt werden; ohne den Havaristen kann diese Zahl nicht erreicht werden. Wie viele Tiere bisher erlegt wurden, ist nicht bekannt. Die Japaner sollten angesichts des Unfalls darüber nachdenken, ob sie zur Jagd in die Antarktis zurückkommen wollten, erklärte Clark. (apa)