Schießerei zwischen Frauen verfeindeter Mafia-Clans

Feuergefecht bei wilder Verfolgungsjagd

Bei einer Schießerei zwischen Frauen zweier verfeindeter Mafia-Clans sind in Italien drei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten befindet sich auch ein 16-jähriges Mädchen. Zu dem spektakulären Feuergefecht sei es bei Lauro (rund 90 Kilometer nördlich von Neapel) gekommen, berichteten italienische Medien am Montag.

Von zwei Autos aus hätten die Frauen am Sonntagabend während einer wilden Verfolgungsjagd durch das Dorf aufeinander geschossen. Passanten seien in Panik geraten und hätten sich in Sicherheit gebracht, hieß es.

"Die Szenen erinnerten an einen Gangsterfilm über das Chicago der zwanziger Jahre", schrieb die Tageszeitung "La Stampa". Neben der 16-Jährigen seien auch zwei Frauen im Alter von 51 und 53 Jahren getötet worden. Alle drei gehörten der Familie Cava an, die sich seit gut 20 Jahren mit der verfeindeten Familie Graziano einen blutigen Kampf um die Kontrolle über das Gebiet um Lauro liefere, hieß es in den Berichten. Beide Familien gehören der Camorra an, der Mafia-Organisation im Umland von Neapel.

Zwei weitere Frauen im Auto der Cava seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Im anderen Auto hätten ebenfalls zwei Frauen und ein Mann Verletzungen erlitten. Bei ihm handle es sich um Luigi Salvatore Graziano, dem 60-jährigen Familienoberhaupt dieses Clans. Es war noch unklar, wer das Feuergefecht begonnen hat, bei dem auch automatische Waffen benutzt worden sein sollen. Es stehe jedoch außer Frage, dass es sich um eine Schießerei unter Frauen gehandelt habe, hieß es. Nach dem "Ehrenkodex" der Mafia eröffneten Männer niemals das Feuer auf Frauen.