Schauspielerin von

Lili Epply: "Dann
gab es kein zurück"

Schauspielerin - Lili Epply: "Dann
gab es kein zurück" © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Die Wienerin Lili Epply zählt zu den gefragten Schauspielern der jungen Generation. An der "jungen Burg" eröffnete sich ihr die Welt des Theaters, in Nikolaus Leytners Thriller "Südpol" ist sie am 8. Dezember auf ORF 2 zu sehen

Minutenlang ist die Kamera auf die weit geöffneten Augen der jungen Frau gerichtet. Angst und Neugierde paaren sich in ihrem Blick -ein eindrückliches Bild stammt aus Nikolaus Leytners Thriller "Südpol", der am 8. Dezember um 20.15 Uhr auf ORF 2 zu sehen ist.


Ella, Studentin der Meeresbiologie, verdingt sich als Kellnerin in einem Lokal im böhmischen Prater. Dort nimmt sie ihr Stammgast Hans (Juergen Maurer) in Geiselhaft. Keine geringe schauspielerische Herausforderung für Lili Epply.

Die 24-jährige Wienerin zählt in der Filmbranche zu den Gefragten ihrer Generation. Namhafte Regisseure konnte sie mit ihrer präzisen Art der Charakterzeichnung überzeugen: Der österreichische Hollywood-Regisseur Robert Dornhelm engagierte sie für die gar nicht kleine Rolle des Stubenmädchens Flora im ORF-Zweiteiler "Hotel Sacher". Andreas Prochaska übertrug ihr im Historienfilm "Maximilian" den Part der Geliebten des Kaisers. "Bond"-Regisseur Sam Mendes verschaffte ihr gar einen Auftritt in "Spectre" als Snowboarderin. Noch während ihres Studiums am Mozarteum wurde sie für ihren ersten Film engagiert: In Michael Ramsauers Thriller "Mein Fleisch und Blut" war sie die traumatisierte Frau, die in ihrem Wahn ein Kind entführt.

Extremsituation

Lili Epply dringt im die Seelen ihrer Figuren ein. So auch im aktuellen Thriller: 40 Minuten agierte sie mit dem Burgschauspieler Juergen Maurer in einem klaustrophobischen Raum -an sich eine Theatersituation, die zwei Darstellern nicht wenig abverlangt. "Es war ein großer Kraftaufwand, sich dieser Extremsituation hinzugeben", sagt sie. Aber die Tochter eines kunstsinnigen Wiener Friseurs und einer Restaurantleiterin konnte die nötige Praxis früh erwerben. "Den Wunsch, zu spielen, Geschichten zu erzählen, in diese einzutauchen, hatte ich schon in meiner Kindheit", erzählt sie. Das Nächstliegende für die zehnjährige Schülerin war, sich im Tanz auszudrücken. Doch die Ausbildung an der Wiener Staatsoper musste nach wenigen Jahren abgebrochen werden: Beim Training zu Hause hatte sie sich am Fuß verletzt und konnte nicht zu Prüfungen antreten. Rückblickend betrachtet sie den Vorfall als Fügung. Denn an Matthias Hartmanns "junger Burg" fand sie zur Schauspielerei. "Dann gab es kein Zurück", sagt sie. Sorgen um ihre Existenz muss sie sich für die nahe Zukunft keine machen, ein großes Filmprojekt steht bevor. Dennoch will sie auch auf die Theaterbühne zurück.

Wenn man schon beim Thema ist: Die Arbeiten von Kay Voges schätzt sie sehr. "Ich würde gern einmal bei ihm am Volkstheater spielen. Sagen Sie ihm das bitte, wenn Sie ihn sehen." Gern geschehen.

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