Schauspieler Roy Scheider (75) gestorben: Erlag einer Infektion durch Staphylokokken

Wurde als Polizeichef in "Der weiße Hai" berühmt In den letzten Jahren oft als Bösewicht zu sehen

Schauspieler Roy Scheider (75) gestorben: Erlag einer Infektion durch Staphylokokken

Der Hollywood-Schauspieler Roy Scheider ist im Alter von 75 Jahren in einem Krankenhaus in Arkansas gestorben. Das teilte ein Sprecher der Klinik in Little Rock mit. Er machte jedoch keine Angaben zur Todesursache. Das Internet-Lexion "wikipedia" verweist diesbezüglich auf Komplikationen nach einer Staphylokokken-Infektion. Scheider wurde seit zwei Jahren wegen eines Multiplen Myeloms behandelt, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarkes. Der Schauspieler deutsch-irischer Abstammung wurde mit Rollen in Filmklassikern wie "French Connection", "Der weiße Hai" und "Hinter dem Rampenlicht" bekannt.

Allesamt sind das Filmtitel aus den 70er Jahren, in denen der am 10. November 1932 in Orange/New Jersey geborene Roy Richard Scheider seine besten Kinojahre hatte. Zwei Mal wurde er damals für den Oscar nominiert, allerdings konnten jeweils Konkurrenten die begehrte Trophäe gewinnen. Großartig war 1982 auch sein Auftritt als Psychiater an der Seite von Meryl Streep in dem Psychothriller "In der Stille der Nacht".

Der weiße Hai
Den größten Publikumserfolg hatte Scheider zweifellos 1974 als Sheriff Martin Brody in Steven Spielbergs Horror-Hit "Der weiße Hai". Sein wohl berühmtester Satz in dem Film, "Wir werden ein größeres Boot brauchen", ist inzwischen eines der bekanntesten Filmzitate der Hollywood-Geschichte. "Der weiße Hai" gilt als erster Film der neuen Ära des Blockbuster-Kinos und spielte als erster Streifen mehr als 100 Millionen Dollar ein.

Filmerfolge
"Ich hatte das große Glück, in drei wegweisenden Filmen mitzuspielen", sagte Scheider 1986 und nannte "French Connection - Brennpunkt Brooklyn", "Der weiße Hai" und "Hinter dem Rampenlicht". "Jeder dieser Filme ist einzigartig." Zum Film kam der drahtige und sportliche Schauspieler nach einem Off-Broadway-Erfolg über mehrere kleinere Rollen, bevor er sich mit "Klute" und "French Connection" in Hollywood festsetzen konnte.

Scheider war außerdem in den Filmen "Der Marathon-Mann" als Bruder von Dustin Hoffman, in "Klute" mit Jane Fonda und "Naked Lunch - Nackter Rausch" von David Cronenberg zu sehen. Er drehte auch die Fortsetzung von "Der weiße Hai", die jedoch deutlich hinter dem Erfolg des ersten Teils zurückblieb. In den letzten Jahren wandte sich Scheider auch dem Fernsehen zu: Er spielte in den Serien "Seaquest DSV" und "Third Watch - Einsatz am Limit".

Seine Familie
Der Schauspieler war zwei Mal verheiratet und hinterlässt drei Kinder. Scheiders Co-Star aus dem "Weißen Hai", Richard Dreyfuss, zeigte sich betroffen über den Tod seines Kollegen: "Er war ein wunderbarer Mensch und unverwüstlicher Schauspieler", sagte Dreyfuss nach einem Bericht des britischen Boulevardblatts "Daily Mirror". "Er beklagte sich nie über irgendwelche Widrigkeiten, sondern machte seinen Job, so gut er konnte."

Als seine Knochenmarkserkrankung 2005 bekannt wurde, kommentierte Scheider das mit Ironie: In der John-Grisham-Verfilmung "Der Regenmacher" (1997) habe er ja noch den Chef einer Versicherung gespielt, die einem Kunden die Bezahlung einer Knochenmarktransplantation verweigerte. Drei Jahre später wurde ihm das Muliple Myelom schließlich zum Verhängnis.

(APA/red)