Schauspiel von

Elfriede Jelinek verteidigt
"Neger"-Produktion

Genets Schauspiel geriet wegen Titel und "Blackfacing" in die Kritik

Elfriede Jelinek © Bild: Corbis

Vor der Festwochen-Premiere von Jean Genets Schauspiel "Die Neger" (ab 3. Juni) samt erwartbaren Protesten erklären sich in der aktuellen NEWS-Ausgabe einige der bedeutendsten österreichischen Autoren für die Produktion. Die ist wegen des Titels und wegen "Blackfacing" (Weiße in der Maske von Schwarzen) in die Kritik antirassistischer Aktionsgruppen geraten. Gefordert wird die Absetzung der Inszenierung des Regisseurs Johan Simons.

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek: "Man muss es aufführen. Und Johan Simons wird es, die entsetzliche holländische Kolonialgeschichte im Rücken, so inszenieren, dass die Aufführung zu einer politisch wichtigen und bewusstmachenden Sache wird, so wie es von Genet gemeint war. Genet und Simons Rassismus zu unterstellen, wäre vollkommen absurd. Sie entlarven Rassismus, und das ist auch die Aufgabe der Kunst.“

Turrini: "'Zehn kleine Schwarzafrikaner' kein Fortschritt"

Peter Turrini: "'Zehn kleine Schwarzafrikaner' oder 'Schneewittchen und die sieben Kleinwüchsigen' ist kein Fortschritt, sondern endet in der Idiotie. Ich bin durchaus dafür, dass Begriffe, die politisch oder historisch belastet sind, im Sprachgebrauch verändert werden. Aber die literarische Sprache ist nicht nur Frage von Inhalt, sondern auch eine Frage von Form. Wenn man anfängt, die Form anzugreifen, bricht die ganze Literatur zusammen. Das versuche ich den Randalierern zu erklären."