Schattenwirtschaft wächst bedrohlich an:
Lopatka plant Verschärfung der Kontrollen

Der Pfusch legt gegenüber 2008 um neun Prozent zu Experten fordern Anreize für Arbeit in der Legalität

Schattenwirtschaft wächst bedrohlich an:
Lopatka plant Verschärfung der Kontrollen © Bild: APA/dpa/Hirschberger

"Vom Neusiedlersee zum Bodensee: Der Pfusch ist eine Volkskrankheit", diagnostizierte kürzlich Wirtschaftsexperte Friedrich Schneider. Nun ist amtlich: die Krankheit ist schlimmer als angenommen. Denn der Pfusch ist mit neun Prozent kräftig im Plus. Der Staat, der um seine Einkünfte geprellt wird, muss reagieren - und erklärt der Schwarzarbeit den Krieg.

Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka kündigt daher nun eine Verschärfung der Maßnahmen gegen Steuer- und Sozialversicherungsbetrug an. In erster Linie soll das mit stärkeren Kontrollen gelingen. Bestandteil der Aktion scharf gegen den Pfusch ist daher auch die Beibehaltung des Personalstandes - während die anderen Abteilungen des Finanzministeriums einsparen müssen.

Denn die Schattenwirtschaft wächst beträchtlich: Bis Ende November wurden bei der Kontrolle von 2.000 Unternehmen und 63.000 Arbeitnehmern über 10.000 Strafanträge gestellt - was ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Vor allem im Bau- und Transportgewerbe ist der Pfusch besonders "beliebt", aber auch Diskotheken- und Gastronomiebetriebe nehmen es häufig mit der Anmeldung von Arbeit nicht so genau.

Hauptverantwortlich dafür ist die maue Wirtschaftslage. In der Krise wird so beispielsweise versucht, die finanziellen Einbußen infolge von Kurzarbeit mit Schwarzarbeit zu kompensieren. Anderseits versuchen Unternehmer verstärkt Steuerzahlungen hinauszuschieben oder womöglich auch Steuern und Abgaben zu hinterziehen: "In Krisenzeiten sinkt die Schwelle, was widerrechtliches Handeln betrifft", meint Lopatka.

Anreize notwendig
Friedrich Schneider von der Universtität Linz weist aber auch darauf hin, dass es mit mehr Kontrollen alleine nicht getan ist. Vielmehr seien Anreize notwendig, die den Schritt in die Schwarzarbeit obsolet machen. Vorstellbar wären für Schneider beispielsweise eine steuerliche Absetzbarkeit von 20 Prozent von haushaltsnahnen Dienstleistungen bzw. Investitionen.

Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel wiederum drängt auf öffentliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Bautätigkeit. "Eine möglichst hohe Beschäftigungsquote ist das Rezept Nr.1 sowohl gegen die Schattenwirtschaft als auch für ein wachsendes Steueraufkommen!", rät Frömmel. Das allerdings stimmt auch betrüblich: Angesichts des heuer zu erwarteten weiteren Anstiegs der Arbeitslosigkeit dürfte das Land ungeachtet aller Anstrengungen wohl noch länger an seiner Volkskrankheit laborieren.
(apa/red)

Kommentare

Nur ein Beispiel von vielen Die Jammerei von der Pfuscherei kann ich schon nicht mehr hören. Nur ein Beispiel von mehreren, die ich selbst erlebt habe! Ich hatte ein Carport mittels Verbundsteinen neu zu verlegen. Ungefähr 40 m², Wert der Arbeit mit Material ungefähr 1.000.-Euro (kann auch etwas drüber sein). Anfrage zuerst bei 2 Firmen in meiner Heimatstadt. Von beiden nicht einmal eine Antwort. Nächster Schritt Ausschreibung im Internet unter einer bekannten Adresse. Kein einziges Angebot. Dann Ausforschung einer Firma in der Nachbarstadt. Persönliche Hinfahrt. Antwort dort nach Unterbreitung der Arbeit. Das ganz sei zu klein. Man wolle das nicht machen. Dannreden diese A....löcher von Politikern, dass immer mehr gepfuscht wird. Dass ich nicht lache. Was glaubt ihr wer meine Arbeit ausgeführt hat? Erraten!

Scheinwelt Da kommen die Politiker jetzt drauf, dass viel gepfuscht wird? Jetzt sieht man wieder einmal in welcher SCHEINWELT die leben!

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Und ca. 80% der Steuereinnahmen werden hirnlos verbrannt! Da regt man sich wegen 9% auf, die "überleben" müßen
und über die knapp 80% der Steuereinnahmen die der
kleine Steuerzahler zu leisten hat, werden von Managern,
Politikern usw. jährlich hirnlos und sinnlos verbrannt bzw.
nach Brüssel verschenkt!?

Wie kann man ca. 500 Millionen Euro pro Jahr nach Brüssel
überweisen, wenn wir selbst "angeblich" kein Geld mehr
haben? War die EU das Ziel, dass Politiker sich deppert
verdienen und die Länder sich in den Ruin brennen dürfen?

Ich bin eh gespannt, wann und wie uns der Pröll und der
Faymann neue Steuer, die kommen müßen, verkaufen
werden. Die die wirklich arbeiten sollen das Land und
die Projekte von überbezahlten Typen finanzieren und
die "faulen und grinsenden" cashen ab, was das Zeug
hält!

Das System hat einen schweren Fehler!

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Re: Und ca. 80% der Steuereinnahmen werden hirnlos verbrannt! Ja, ja unser Vasant ist auch im Jahr 2010 ein Hansdampf in allen Gassen.

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Re: Und ca. 80% der Steuereinnahmen werden hirnlos verbrannt! Was soll man an einem "Gscheitel" überhaupt ernst nehmen;)

Auswüchse eines verfehlten Steuersystems Wie haben ein Steuersystem zum Menschensparen. Mensch ist höchst besteuert, die geringen Energiepreise laden zum Vergeuden ein.

In einem vernünftigen Steuersystem, wo die Ressorucen statt die Menschen besteuert werden, gibt es automatisch keine "Schwarzarbeit" weil eben menschliche Arbeit nicht mehr besteuert wird.

Wir müssen diesen historischen Fehler im Steuersystem korregieren.

http://politik.pege.org/2009-fehler/

lasst euch ja nicht einschüchtern von der wirtschaftsmafia!!! an die arbeit!! pfuschts was nur geht!!!

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