Scharner gibt Maierhofer gute Chancen: Wechsel zu "Wolves" beschäftigt ÖFB-Team

Spielweise der Engländer gut für Ex-Rapid-Stürmer Teamchef Constantini: "Er ist ein Verrückter"

Scharner gibt Maierhofer gute Chancen: Wechsel zu "Wolves" beschäftigt ÖFB-Team © Bild: APA/Diener

Das anstehende Match der WM-Qualifikation gegen die Färöer war im Teamcamp der österreichischen Nationalmannschaft fast nebensächlich. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Transfercoup von Stefan Maierhofer, der den Sprung von Rapid zum englischen Premier-League-Club Wolverhampton Wanderers geschafft und gewagt hat.

Ganz besonders mit Maierhofer gefreut hat sich Paul Scharner, der bereits seit 2005 bei Wigan Athletic unter Vertrag steht und die Premier League bereits wie seine Westentasche kennt. Scharner, der gegen die Färöer gesperrt ist, sieht gute Chancen, dass sich sein groß gewachsener, zweikampf- und kopfballstarker Landsmann bei den "Wolves" etablieren kann.

"Der Schritt von Österreich auf die Insel ist ein sehr großer. Aber Wolverhampton spielt sehr direkt und viel über die Seiten mit vielen Flanken in den Strafraum. Das sollte Maierhofer zugutekommen. Wenn er seine Chance kriegt, dann muss er halt zur Stelle sein, dann kann der Trainer (Anm.: Mick McCarthy) gar nicht an ihm vorbeischauen", meinte Scharner in Bad Tatzmannsdorf.

Laut Scharner war auch Wigan an Maierhofer interessiert. "Eigentlich hätte ich ihn sehr gerne zu Wigan gelotst, weil wir auch auf der Suche nach einem großen Strafraumstürmer sind. Aber leider hat er sich für Wolverhampton entschieden." Punkto Selbstvertrauen und Ehrgeiz sind die beiden ÖFB-England-Legionäre durchaus zu vergleichen, doch Scharner merkte mit einem Lächeln aufgrund Maierhofers Größe (2,02 m) an: "Er hat noch elf Zentimeter mehr Ehrgeiz als ich."

Constantini nicht überrascht
Auch Teamchef Dietmar Constantini strich Maierhofers Einstellung hervor. "Ich bin nicht überrascht, dass er jetzt dort gelandet ist, wo er immer hinwollte. Er ist ein Verrückter, der nichts anderes will als weiterzukommen. Maierhofer hat gezeigt, was mit einer guten Einstellung alles möglich ist. Er hat sich mit einem Biss durchgesetzt, der seinesgleichen sucht."

Für Maierhofers Ex-Club Rapid wären Erfolge des Stürmers mit Wolverhampton auch finanziell sehr positiv. Denn im Falle des Klassenerhalts mit den "Wolves" würden die Wiener eine zusätzliche Zahlung aus England erhalten. "Mein Job ist es, Wolverhampton in der Liga zu halten und Rapid noch weiteres Geld zu bringen", brachte es Maierhofer auf den Punkt. Wieviel die Hütteldorfer kassieren würden, blieb geheim.

Auf der Vereins-Website des Clubs strahlte Maierhofer von der ersten Seite. Dort brachte auch Trainer McCarthy seine Freude über den Kauf von Maierhofer zum Ausdruck. "Stefan ist ein Spieler, den wir schon eine Weile beobachtet haben. Wir sind sehr froh über seine Verpflichtung, denn er ist eine sehr gute Ergänzung für unseren Kader. Stefan bringt sehr viele verschiedene Qualitäten mit sich, aber ganz speziell ist er sehr mobil und erzielt Tore."

Auch die Tatsache, dass Maierhofer mit seinem Wechsel auf die Europa-League-Spiele mit Rapid verzichtet, ringt McCarthy Respekt ab. "Das zeigt, wie ambitioniert er ist und wie groß sein Wunsch ist, in der Premier League zu spielen", meinte der ehemalige Teamchef der irischen Nationalmannschaft.

(apa/red)