"Schaffen vielleicht Sensation!": Schweiz-Legionär Kuljic spricht ÖFB-Team Mut zu

Sion-Goalgetter: "Schweizer Liga um nichts besser" "Es war mein Ziel, dass ich bei Sion sofort einschlage"

Teamspieler Sanel Kuljic spricht seiner Mannschaft vor dem freundschaftlichen Länderspiel am Innsbrucker Tivoli neu gegen die Schweiz Mut zu. "In so einem Match kann viel passieren, vielleicht schaffen wir die Sensation", erklärte der Legionär des Schweizer Cupsiegers FC Sion, der zusammen mit seinen ÖFB-Kollegen gegen die Eidgenossen als klarer Außenseiter in die Partie geht.

Der Vorteil für den EURO-Partner ist laut Kuljic vor allem die weitaus größere Erfahrung - immerhin stehen im EM- und WM-erprobten 19-Mann-Kader mit Ausnahme von Hakan Yakin (Young Boys) und Ersatzgoalie Fabio Coltorti (Grasshoppers) ausschließlich Legionäre, die fast durchwegs in europäischen Top-Ligen engagiert sind.

Die internationale Reife der Schweizer spiegle sich in deren Spielstil wider. "Sie werden sicher keine Bälle nach vorne dreschen. Auch in der Schweizer Liga wird so gespielt, da muss der Ball immer in Bewegung sein, dadurch wird dann auch das Tempo höher. Sicher kommt es dabei zu Abspielfehlern, aber dann heißt es eben: Wenigstens haben wir es probiert", meinte der Stürmer.

"Schweizer Liga ist um nichts besser"
Dennoch betonte Kuljic, der einen Tag vor dem Ländermatch seinen 29. Geburtstag feiert, dass es zwischen der österreichischen Bundesliga und der Schweizer Super League kaum einen Unterschied gebe. "Die Schweizer Liga ist um nichts besser, nur die Ausländer sind um einiges stärker."

Der Goalgetter muss es wissen, schließlich erwischte er nach seinem Wechsel von Ried in die Schweiz im Sommer einen Traumstart und führt nach zehn Runden mit neun Liga-Treffern die Torschützenliste an. Außerdem erzielte er am 1. Oktober beim 3:1 im Cup gegen La Chaux-de-Fonds alle drei Tore. Drei Tage später gab er seine Visitenkarte gegen Grasshoppers ab, traf wegen dieser Partie aber mit Verspätung im Teamcamp ein und saß wohl aus diesem Grund gegen Liechtenstein zunächst nur auf der Bank.

"Es war mein Ziel, dass ich bei Sion sofort einschlage"
Für Kuljic kamen die Erfolgserlebnisse mit seinem neuen Klub nicht überraschend. "Es war mein Ziel, dass ich bei Sion sofort einschlage", meinte der sechsfache Teamspieler (1 Tor) und verriet sein Erfolgsgeheimnis. "Ich habe in Ried gesehen, was die Ausländer falsch gemacht haben, die zu uns gekommen sind. Als Legionär redet man am Anfang meistens nicht viel, aber ich bin gleich auf die anderen Spieler zugegangen und habe mich vom ersten Tag an so gefühlt, als ob ich schon ein halbes Jahr dort wäre."

Trotz des Trainerwechsels bei Sion - der 44-jährige Schweizer Marco Schällibaum folgte dem Argentinier Nestor Clausen nach, der beim Cup-Triplepack von Kuljic in der Pause bei 0:1 das Handtuch geworfen hatte - macht sich der Angreifer keine Sorgen um seinen Stammplatz. "Im Gegenteil, ich freue mich sogar, einen Trainer zu haben, der Deutsch kann", sagte Kuljic, der mit seinem neuen Coach ein erstes Telefonat führte.

(apa/red)