Schärfere Waffengesetze retten Leben: Gewalt-Rückgang in Australien untersucht

Verschärfung rettete in 11 Jahren rund 2.500 Leben Gewalttäter nicht auf andere Methoden umgestiegen

Strengere Waffengesetze haben in Australien in den vergangenen elf Jahren wahrscheinlich mehr als 2.500 Menschen das Leben gerettet. Das geht aus australischen Studien hervor, die den Rückgang der Gewalt nach der Verschärfung der Waffengesetze vor elf Jahren untersuchten.

"Tödliche Gewalt ist seit 1996 rückläufig - das legt nahe, dass Gewalttäter (nach dem Verbot bestimmter Waffen) nicht auf andere Methoden umgestiegen sind", sagte Sozialforscher Andrew Leigh nach dem Massaker in Blacksburg in den USA mit 33 Todesopfern, dem Sender ABC.

1996 hatte ein Mann in einem Vergnügungspark auf der Insel Tasmanien 35 Menschen erschossen. Die australische Regierung verbot daraufhin halbautomatische Gewehre und so genannte Pumpguns, Schrotflinten, die durch das Hin- und Herschieben des Vorderschaftes durchgeladen werden. Sie belohnte die Abgabe der Waffen damals mit Prämien in Höhe von insgesamt 500 Millionen australischen Dollar (307 Millionen Euro).

Nach Leighs Berechnungen werden seit dem Erlass in Australien pro Jahr 120 bis 280 Menschen weniger erschossen. Auch rein wirtschaftlich habe sich der Einsatz der Steuergelder gelohnt. Ökonomen nähmen statistisch für ein Menschenleben einen Wert von 2,5 Millionen australischen Dollar an. Danach hätte sich der Rückkauf der Waffen bei einem Mittelwert von 200 Toten im Jahr schon nach zwei Jahren rentiert, sagte Leigh, der an der Nationaluniversität in  Canberra lehrt.

(apa/red)