Schärfere Kontrollen für Straßen-WM 2007:
Doppelt so viele Dopingtests wie im Vorjahr

Plus: Fahrer müssen Ehrenerklärung unterfertigen Entscheidung über Spanier Valverde noch ausständig

Schärfere Kontrollen für Straßen-WM 2007:
Doppelt so viele Dopingtests wie im Vorjahr

Mit dem umfangreichsten Kontrollprogramm in der Geschichte des Radsports hoffen die Organisatoren der Straßen-WM in Stuttgart auf Doping-freie Titelkämpfe. Mehr als 200 Trainingskontrollen sowie zahlreiche Wettkampftests gab es bereits im Vorfeld der Titelkämpfe. Zudem soll im Vergleich zu den Wettkämpfen 2006 in Salzburg die Zahl der Doping-Tests vor und nach den Rennen auf rund 130 verdoppelt werden.

"Es geht um einen Neuanfang", sagte der Präsident des Weltverbandes UCI, Pat McQuaid, den "Stuttgarter Nachrichten" vor dem WM-Auftakt mit dem Einzelzeitfahren der U23-Männer und der Frauen.

Kontroll-Rekord angekündigt
"Es wird während der WM eine Zahl und eine Qualität von Kontrollen geben, wie zuvor noch nie bei einer Weltmeisterschaft", versicherte der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Rudolf Scharping. Dagegen bezeichnete der Anti-Doping-Experte Werner Franke die Maßnahmen "als erhöhte Stufe der Volksverdummung". Auf die Frage, ob eine dopingfreie WM geben könnte, sagte der Molekularbiologe: "Es ist eine Lüge. Man weiß, dass es nicht der Fall ist."

Spieler zu Ehrenhaftigkeit verpflichtet
Eine Steuerungsgruppe unter Federführung der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) wird die Umsetzung der Maßnahmen überprüfen. Zusätzlich sollen nur Fahrer eine Starterlaubnis bekommen, die die UCI-Ehrenerklärung für einen sauberen Radsport unterschrieben haben. "Unter konkretem Dopingverdacht" stehende Profis werden nach der im Sommer verabschiedeten "Vereinbarung über die Anti-Doping-Regelung" zur WM von der Teilnahme ausgeschlossen.

Urteil zu Valverde noch ausständig
Doch trotz dieser Startbedingung hat der spanische Verband seinen Spitzenfahrer Alejandro Valverde, der Kunde des Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gewesen sein soll, nominiert. Vier Tage vor dem Männer-Straßenrennen wird sich vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne entscheiden, ob Valverde gegen den Willen des Weltverbandes beim WM-Höhepunkt an den Start gehen darf. (apa/red)