Salzburg-Wahlen von

Schaden bleibt Bürgermeister

SPÖ-Stadtchef mit 69 Prozent wiedergewählt - Wahlbeteiligung bei 31 Prozent

Heinz Schaden © Bild: APA/Barbara Gindl

Die ÖVP bleibt im Bundesland Salzburg zwar eindeutig die Bürgermeister-Partei schlechthin, in der Landeshauptstadt hat sie aber nichts zu bestellen. Dort hat Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) am heutigen Sonntag die Stichwahl mit 68,9 Prozent der Stimmen klar gegen seinen ÖVP-Herausforderer Vbgm. Harald Preuner gewonnen. Schaden startet eigenen Angaben zufolge in seine letzte Amtsperiode.

"Ich bin bewegt", sagte ein ungewohnt emotionales Stadtoberhaupt am Sonntag in einer ersten Reaktion. "Ich habe heute mit allem gerechnet. Eine niedrige Wahlbeteiligung birgt viele Unabwägbarkeiten." Er sei darum froh, dass der Erfolg letztlich so deutlich ausgefallen sei. Bei der Bürgermeister-Stichwahl vor fünf Jahren war ihm sein Kontrahent Preuner mit 46 Prozent der Stimmen noch relativ nahe gekommen.

Er wolle nun mit Augenmaß mit dem Ergebnis umgehen, sagte der 59-jährige Stadtchef. Bereits am Mittwoch beginnen die Verhandlungen mit den im neuen Salzburger Gemeinderat vertretenen Parteien. "Sicherheitshalber habe ich die Unterlagen zu den Gesprächen bereits ausarbeiten lassen." Ganz so unsicher, dass die Wiederwahl gelingt, dürfte Schaden also nicht gewesen sein. Zugleich will er angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung von nur rund 31 Prozent über eine Abschaffung der Stichwahl nachdenken.

Preuner gab sich als fairer Gegner

Sein ÖVP-Kontrahent Preuner gab sich am Sonntag als fairer Gegner und gratulierte Schaden. "Wir wollten es gerne noch einmal spannend machen, aber wir hatten nach dem 9. März schwer zu kämpfen." Der 54-Jährige haderte vor allem mit dem historisch schlechten Wahlergebnis der ÖVP bei den Gemeinderatswahlen vor zwei Wochen (19,5 Prozent): "Bis vor einem halben Jahr lagen wir in Umfragen konstant bei 30 Prozent. Seit der Nationalratswahl war aber klar, dass uns die Bundespolitik voll ins Gesicht schlägt." Dazu sei mit den NEOS neue Konkurrenz aus dem bürgerlichen Lager erwachsen. "Unter diesen Umständen war nicht viel mehr zu holen." Preuner schließt einen Rücktritt aus und will Vizebürgermeister und Stadtpartei-Chef bleiben.

Die Wahlbeteiligung sank am Sonntag in der Landeshauptstadt erneut massiv: Hatten schon vor zwei Wochen (gemeinsam mit der Gemeinderatswahl) nur 49,7 Prozent der Bürger ihre Stimme abgegeben, betrug die Wahlbeteiligung heute nur mehr 31,2 Prozent. Vor fünf Jahren war sie bei der Stichwahl noch bei 37,5 Prozent gelegen.

Neben der Landeshauptstadt war auch in sieben weiteren Gemeinden die Bürgermeister-Frage noch nicht entschieden. In fünf davon konnte sich am Sonntag der ÖVP-Kandidat durchsetzen, in drei jener der SPÖ. Die Volkspartei stellt damit künftig in 96 der 119 Gemeinden des Landes den Ortschef, um zwei mehr als nach den Wahlen 2009. Dieser Zuwachs ging auf Kosten der SPÖ, die nun nur mehr 19 statt bisher 21 Bürgermeister-Sessel hält. Und in vier Gemeinden haben Ortschefs mit eigenen Namenslisten ihr Amt bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen verlängert.

Robert Reiter abgewählt

In der Stichwahl wurde heute ein amtierender Bürgermeister abgewählt, und zwar Robert Reiter (ÖVP) in Rauris, der seit 1989 die Geschicke der Pinzgauer Gemeinde geleitet hatte. Er unterlag in der Stichwahl gegen seinen SPÖ-Herausforderer Peter Loitfellner, der ihn mit 53,8 Prozent ablöst.

Hauchdünn endete das Duell der beiden "Finalisten" in der Flachgauer Gemeinde Neumarkt am Wallersee: Dort rettete der erstmals kandidierende Adolf Josef Rieger mit einem Vorsprung von gerade einmal 17 Stimmen oder 0,6 Prozentpunkten für die Volkspartei den Bürgermeister-Sessel (50,3 Prozent). Klarer war die Angelegenheit in der Nachbargemeinde Straßwalchen, wo Ortschef Fritz Kreil (ÖVP) mit 60,5 Prozent seine frühere Parteifreundin und Vizebürgermeisterin Liselotte Winklhofer distanzierte. Auch in der Stadt Seekirchen am Wallersee konnte Bürgermeisterin Monika Schwaiger (ÖVP) ihr Amt verteidigen, sie setzte sich mit 56,4 Prozent gegen Walter Gigerl durch, den einzigen Kandidaten der Grünen in der Stichwahl.

In St. Martin bei Lofer bleibt Bürgermeister Sepp Leitinger (ÖVP) im Amt. Wie schon vor fünf Jahren musste er gegen seinen Cousin Willi Leitinger in die Stichwahl. Mit 52,6 Prozent lag der Ortschef allerdings nur um 36 Stimmen vor seinem Cousin. Sehr eng ging es auch in Bruck an der Glocknerstraße her: Bürgermeister Herbert Burgschwaiger (SPÖ) bleibt mit 1.166 Stimmen bzw. 50,5 Prozent im Amt, seine Herausforderin Karin Hochwimmer (ÖVP) kam auf 1.142 Stimmen bzw. 49,5 Prozent. In Wagrain machte Bürgermeister Eugen Grader (ÖVP) heute mit 54,4 Prozent der Stimmen indes alles klar, nachdem er überraschend in einen zweiten Wahlgang musste.

Kommentare

die bürgerlichen haben jetzt den schaden vor der nase :)))

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