Schachners "Löwen" Aufstiegsanwärter:
1860 München in Vorbereitung sehr stark

1. FC Köln trotz Podolski-Weggang großer Favorit

Zugleich mit der Bundesliga beginnt am Wochenende in Deutschland auch die 2. Liga. Zu den Aufstiegsanwärtern zählt trotz einer Verjüngungskur auch 1860 München mit Trainer Walter Schachner, der am Dienstagabend mit dem 3:0 im Derby gegen die großen Bayern ein Erfolgserlebnis verzeichnete. Für den Schachner-Klub geht damit eine erfolgreiche Testspielserie zu Ende, was den Österreicher für die Meisterschaft zuversichtlich stimmt.

2:1-Sieg über Partizan Belgrad, 3:0 gegen Real Mallorca und zuletzt der Derbyerfolg über Bayern München - die letzten Fußball-Testspielergebnisse stimmen 1860-München-Trainer Walter Schachner mehr als positiv für die am Sonntag beginnende Meisterschaft. Allerdings ist nun auch die Erwartungshaltung bei den Löwen-Fans sehr hoch. "Aber wenn die junge Mannschaft diese Leistungen konstant bestätigen kann, ist ein Platz weit vorne möglich."

Bereits im ersten Spiel bedarf es freilich einer passablen Vorstellung. Die Münchner müssen auswärts bei Greuther Fürth antreten. Ein harter Brocken, denn auch Fürth-Coach Benno Möhlmann hat als Ziel den Aufstieg vorgegeben. Deshalb ist für Schachner der Erstrunden-Gegner ein Mitfavorit: "Das wird eine ganz schwierige Aufgabe, ich habe Fürth beim letzten Testspiel gegen Frankfurt (2:2) beobachtet. Die werden auch heuer wieder im oberen Tabellenfeld stehen. Nach dem Spiel wissen wir aber auch gleich, wo wir stehen."

Apropos Anwärter auf den Aufstieg: Bei den Zweitliga-Trainern wird Absteiger Köln trotz der Abwanderung von Nationalstürmer Lukas Podolski als Top-Favorit gehandelt. Zum Kreis der Aufstiegsanwärter zählen für Schachner auch Kaiserslautern (mit Jürgen Macho und Stefan Lexa), Duisburg sowie Fürth, Rostock, Karlsruhe "und 1860 München". Weitere "Ösi-Legionäre" in der 2. Liga sind Andreas Ibertsberger (Freiburg), Patrick Pircher (Augsburg) und Michael Miksits (Unterhaching).

Kein Druck von Schachner
Druck legt Schachner aber weder sich noch der Mannschaft, die infolge der finanziellen Probleme zwangsweise einer Verjüngungskur unterzogen wurde, auf. 14 der 26 Kaderspieler sind unter 23 Jahre alt. "Dieses Meisterschaftsjahr dient zur Stabilisierung", erklärte der 49-jährige Steirer, "es gibt keine Vorgaben für eine Platzierung, die jungen Spieler sollen sich entwickeln, damit wir im nächsten Jahr wieder voll angreifen können. Aber trotzdem: Wenn wir einen guten Start erwischen und unser Potenzial abrufen, können wir auch vorne dabei sein."

Obwohl "er sein Potenzial in Deutschland nie ausgeschöpft hat", schmerzt Schachner natürlich die Rückkehr von Steffen Hofmann zu Rapid Wien. "Steffen wäre ein sehr wertvoller Spieler gewesen, ich habe mit ihm geplant. Nun müssen aber andere in die Bresche springen." Harald Cerny kann das vorerst nicht tun, der Mittelfeldspieler fällt nach seiner Sitzbein-Operation noch zwei Monate aus.

(apa/red)