Saturn von

Polizei durchsucht Büros

Deutschland: Bestechungsvorwürfe gegen Europas größten Elektronikhändler

Saturn - Polizei durchsucht Büros © Bild: Media-Saturn-Holding GmbH

Saturn ist anscheinend nicht geizig, sondern zu gierig: In Deutschland stehen Manager des Elektronikhändlers im Verdacht, Bestechungsgelder erhalten zu haben. Laut "Handelsblatt" wird auch gegen ein Mitglied des Vorstands ermittelt. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte deshalb mehrere Büros von Media-Saturn.

In Österreich ist es bei Saturn zu keinen Razzien gekommen. "Das ist ein Deutschland-Thema", sagte eine Sprecherin.

Unternehmen: "Wir kooperieren"
Gegen sechs Beschuldigte werde - zum Teil wegen Bestechung in besonders schwerem Fall - ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg und bestätigte damit Medienberichte. Die weiteren Vorwürfe lauten auf Bestechlichkeit sowie Beihilfe zur Bestechung. Ein Media-Saturn-Sprecher bestätigte die von dem Unternehmen initiierte Untersuchung. "Wir kooperieren vollständig mit den Behörden", sagte er.

Drei der Beschuldigten sind nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Manager der im bayerischen Ingolstadt angesiedelten Metro-Tochter Media-Saturn. Einer von ihnen gehöre der neunköpfigen Geschäftsführung der Media-Saturn-Holding an.

Die Vorwürfe sollen in Zusammenhang mit Geschäften von Media-Saturn mit Dienstleistern und Lieferanten stehen. Bei einer internen Prüfung sollen die Unregelmäßigkeiten aufgefallen sein, welche das Unternehmen daraufhin der Staatsanwaltschaft meldete - ohne formal Strafanzeige zu stellen.

Bestechungsgelder in Millionenhöhe?
Die "Augsburger Allgemeine" berichtet, Manager von Media-Saturn stünden unter Verdacht, Bestechungsgelder von mehreren Millionen Euro erhalten zu haben. Bei der Razzia waren 160 Polizisten im Einsatz. Festnahmen gab es dem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge nicht.

Media-Saturn ist Europas größter Elektronikhändler. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen, an dem der Handelskonzern Metro 75 Prozent hält, 20,8 Mrd. Euro um. Der Betriebsgewinn (Ebit) lag bei 625 Millionen Euro.