Sarkozy wünscht "Präsidentenmehrheit": Franzosen zur "Mobilisierung" aufgerufen

Neuer Präsident hofft auf hohe Wahlbeteiligung Liberaler Bayrou lehnt Wahlempfehlung erneut ab

Sarkozy wünscht "Präsidentenmehrheit": Franzosen zur "Mobilisierung" aufgerufen

Fünf Tage vor der entscheidenden zweiten Runde der französischen Parlamentswahlen hat der neue Staatspräsident Sarkozy die Wähler um eine "Präsidentenmehrheit" für seine Politik gebeten. Sarkozy rief die Franzosen in Valdeblore bei Nizza auf, "mobilisiert zu bleiben", damit er die von der Mehrheit der Mitbürger gewollte Reformpolitik verwirklichen könne.

Der Staatspräsident sicherte den Franzosen abermals eine Politik der Vielfalt und der Öffnung über das eigene Lager hinaus zu. Die konservative Partei UMP und ihre Verbündeten können mit 383 bis 501 der 577 Mandate in der Nationalversammlung rechnen. Beim ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag hatten fast 40 Prozent der Wähler nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht.

Der von der UMP und den Sozialisten (PS) gleichermaßen umworbene Zentrumspolitiker Bayrou hat es abgelehnt, eine Wahlempfehlung abzugeben und Verhandlungen mit den beiden großen Lagern zu führen. Royal hatte eine Allianz mit Bayrous neuer Demokratischer Bewegung (MoDem) nicht ausgeschlossen, um der Opposition bessere Chancen gegen die UMP-Kandidaten in den Wahlkreisen zu geben.

Sarkozys UMP forderte unterdessen ihren Kandidaten im Wahlkreis des Zentrumspolitikers Bayrou in Südwestfrankreich auf, sich vor dem zweiten Wahlgang am Sonntag zurückzuziehen. Bayrou war im ersten Durchgang im Département Pyrénées-Atlantiques auf 37,25 Prozent der Stimmen gekommen. Der UMP-Kandidat Jean-Pierre Mariné erhielt 25,92 Prozent und die Sozialistin Marie-Pierre Cabanne 23,32 Prozent. Damit hatte Bayrou schon ohne den Rückzug des UMP-Vertreters relativ gute Chancen, im zweiten Durchgang zu gewinnen. Landesweit könnte er aber der einzige MoDem-Kandidat sein, der den Einzug in die Nationalversammlung schafft.

(apa/red)