Sarkozy geht auf Kuschelkurs mit Bush: "Amerika kann auf Frankreich zählen"

Frankreichs Präsident hielt Rede vor US-Kongress "In Zeiten der Not stehen Freunde treu zum anderen"

Sarkozy geht auf Kuschelkurs mit Bush: "Amerika kann auf Frankreich zählen"

In einer Rede vor beiden Häusern des Kongresses in Washington hat Frankreichs Präsident Sarkozy den USA die Freundschaft seines Landes zugesichert. "Amerika kann auf Frankreich zählen", sagte Sarkozy zum Auftakt seiner Ansprache. Der Präsident wies auf die historischen Wurzeln der Beziehungen hin: "Seit die USA die Weltbühne betreten haben, waren unsere beiden Völker immer Freunde."

Mit stehenden Ovationen quittierten die Abgeordneten Sarkozys Dank für die Rolle der USA bei der Befreiung Europas im Zweiten Weltkrieg: "Wann immer ein amerikanischer Soldat irgendwo in der Welt fällt, denke ich an das, was die amerikanische Armee für Frankreich getan hat", sagte Sarkozy. "Ich denke an sie und bin traurig, so wie man traurig ist, wenn man ein Mitglied der Familie verliert."

Sarkozy räumte ein, dass es zwischen beiden Ländern "Meinungsverschiedenheiten, manchmal sogar Streit" gebe. "Aber in Zeiten der Not steht ein Freund treu zum anderen, unterstützt ihn und hilft ihm." Sarkozy sicherte zu, den Einsatz der französischen Armee an der Seite der USA in Afghanistan so lange fortzuführen wie nötig. "Der Terrorismus wird nicht siegen, weil Demokratien nicht schwach sind, weil wir keine Angst vor dieser Barbarei haben", sagte Sarkozy.

Der Auftritt vor dem Kongress war der protokollarische Höhepunkt von Sarkozys Antrittsbesuch in Washington. Eine derartige Einladung wird nur wenigen ausländischen Gästen zuteil. Als letzter Franzose hatte der damalige Präsident Jacques Chirac 1996 vor dem Kongress gesprochen. Chiracs Kritik an der Irak-Invasion der USA 2003 hatte dann aber zu einem Zerwürfnis geführt. Seit 2001 war kein französischer Präsident mehr auf Staatsbesuch in Washington.

(apa/red)