Sarkozy-Hausdurchsuchung von

"Das war ein reiner Besuch"

Behauptet Sarkozys Kanzlei. Akten wurden bei Hausdurchsuchung keine mitgenommen.

Sarkozy-Hausdurchsuchung - "Das war ein reiner Besuch" © Bild: Reuters/Dufour

Bei der Durchsuchung der Wohnung und der beiden Büros des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy haben die Beamten keine Dokumente beschlagnahmt und mitgenommen. "Das war ein reiner Besuch, der zehn Minuten gedauert hat", sagte der Inhaber der Kanzlei, in der Sarkozy Partner ist der Nachrichtenagentur AFP. Aus Justizkreisen war bereits am Dienstagabend verlautet, dass auch bei der Durchsuchung des Hauses von Sarkozys Frau Carla Bruni-Sarkozy und der Büros, die der frühere Staatschef nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Mai mietete, nichts beschlagnahmt wurde.

Sarkozy war zum Zeitpunkt der Durchsuchung in Kanada, wo er mit seiner Familie Urlaub macht. Er könnte in eine Affäre verwickelt sein, in der Untersuchungsrichter Jean-Michel Gentil ermittelt. Es geht dabei um die Geschäfte der L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt. Die reichste Frau Frankreichs hob kurz vor der Präsidentschaftswahl 2007 zweimal rund 400.000 Euro in bar von ihrem Konto ab. Die Summe könnte in den Wahlkampf Sarkozys geflossen sein, den Zeugen im Hause Bettencourt gesehen haben wollen.

Der Anwalt des Ex-Präsidenten, Thierry Herzog, hatte Mitte Juni eine beglaubigte Kopie von Sarkozys Kalender des Jahres 2007 an die Justiz geschickt. Daraus geht laut Herzog hervor, dass es keine geheimen Treffen zwischen Bettencourt und Sarkozy gab, bei denen ein Deal eingefädelt worden sein könnte.

Verlorene Immunität
Sarkozy, der Mitte Mai nach der verlorenen Präsidentschaftswahl aus dem Amt schied, hatte Mitte Juni seine Immunität verloren. Er soll nicht nur in die Bettencourt-Affäre verwickelt sein, sondern auch in eine weitere Affäre um illegale Gelder aus einem Waffengeschäft nach Pakistan. Daneben soll er auch von dem früheren libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi Geld für seinen Wahlkampf 2007 bekommen haben. Der Ex-Präsident wies den Verdacht zurück und erstattete Anzeige gegen den Internet-Enthüllungsdienst Mediapart, der dazu ein angebliches Dokument veröffentlicht hatte.