Sarah Palin & die Tea Party gegen Obama

Susanne Scholl über die Ultra-Konservativen der USA PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?

Amerikas Rechte mobilisiert. Nicht etwa die Republikaner – nein, all jene, denen diese Partei schon viel zu liberal ist. Am vergangenen Wochenende zogen sie nach Washington. Die „Patrioten“ und Verfechter der „Ehre Amerikas“, die es wiederherzustellen gelte. Seit Monaten hat die rechtskonservative sogenannte Tea-Party-Bewegung Zustrom von vielen Unzufriedenen. Die Reformen der Regierung Obama sind wichtig für die Armen des Landes, die konservative Mittelklasse aber sieht sich in Gefahr.

Da wird Obama zum Rassisten erklärt, der die Weißen hasse, da wird ihm gar unterstellt, er sympathisiere mit Islamisten – und wolle die USA in den Sozialismus führen. Je abstruser die Anschuldigungen gegen den ersten afroamerikanischen Präsidenten, desto lieber. Ganz an der Spitze dieser Bewegung, die jetzt Zehntausende zur Demonstration in die Hauptstadt brachte, steht Sarah Palin. Seinerzeit Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten und danach liebste Zielscheibe sämtlicher amerikanischer Kabarettisten, wird sie von den Mitgliedern der Tea-Party-Bewegung als Heldin betrachtet. Weil sie viel von den amerikanischen Werten und der amerikanischen Ehre spricht, ohne wirklich Inhalte anzubieten.

Aber – sie kanalisiert das Unbehagen jener weißen Mittelschicht, die durchaus unter den wirtschaftlichen Problemen des Landes zu leiden hat und keinen Silberstreifen am Horizont sieht. Barack Obama hat viele seiner Wahlversprechen verwirklicht – profitiert davon haben aber nicht die, die da in Washington von Ehre und Rückkehr zu Gott sprachen. Die fürchten, dass ihr Amerika der Vergangenheit angehört – und versuchen, dagegen anzukämpfen. Ob es ihnen gelingt, werden die Kongresswahlen im kommenden November zeigen.