SAP steht vor größter Übernahme: Bietet Business Objects-Aktionären 42 € je Aktie

Aktie vor geplater 4,8 Mrd. €-Investition abgestürzt Führung des französischen Softwarehaus für Verkauf

SAP steht vor seiner bisher größten Übernahme: Für 4,8 Mrd. Euro will der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware das französische Softwarehaus Business Objects kaufen. Den Anlegern schmeckten die SAP-Pläne allerdings nicht - die Aktie stürzte um rund fünf Prozent ab und war der schwächste Wert im DAX.

Auslöser dürfte eine Umsatz- und Gewinnwarnung des französischen Spezialisten für Analysesoftware kurz nach der Übernahme-Ankündigung gewesen sein. Außerdem wurde der Kurswechsel von SAP zu einer milliardenschweren Übernahme nach Jahren des Wachstums aus eigener Kraft an der Börse zum Teil als Zeichen von Schwäche interpretiert.

SAP bietet den Aktionären von Business Objects 42,00 Euro je Aktie, wie das Unternehmen ankündigte. Die Führungsspitze von Business Objects befürwortet den Verkauf. Im ersten Quartal 2008 soll die Übernahme abgeschlossen sein.

Die SAP-Aktie verlor bis zum Nachmittag 4,80 Prozent auf 39,63 Euro. Die Business Objects S.A. hatte am Vorabend mitgeteilt, das im dritten Quartal wegen eines enttäuschenden Lizenzumsatzes nur noch mit Erlösen von bis zu 370 Mio. Dollar (263 Mio. Euro) statt der bisher geplanten bis zu 387 Mio. Dollar erwartet würden. Auch der Gewinn soll hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Aktie des französischen Unternehmens, die am Freitag bei 35 Euro geschlossen hatte, schoss am Montag um mehr als 17 Prozent auf gut 41 Euro hoch. Noch im März war die Aktie für 26 Euro zu haben gewesen.

Ein Händler sagte zum Kursrückgang der SAP-Aktie, der Zukauf sei ein Signal dafür, dass SAP nun offenbar nicht mehr ausreichend organisch wachse. Vorstandschef Henning Kagermann hatte bisher stets betont, SAP werde sein Wachstum im Gegensatz zum Konkurrenten Oracle aus eigener Kraft und nicht durch Akquisitionen erzielen. Um SAP von der Position als Weltmarktführer für Unternehmenssoftware zu verteidigen, hatte der US-Konzern in den vergangenen drei Jahren mehr als 20 Mrd. Dollar für zwei Dutzend Firmen ausgegeben.

Business Objects S.A. wurde 1990 in Paris gegründet und hat rund 6.600 Beschäftigte. Das Unternehmen stellt Analysesoftware her. Diese Software bereitet Firmen Informationen über ihre Geschäftslage auf, und soll so dazu beitragen, Entscheidungen schneller treffen zu können. Mit etwa 43.000 Kunden ist Business Objects in 30 Ländern tätig.

(apa/red)