Sand statt Schnee: Josef Hickersbergers Weihnachten in der Wüste von Abu Dhabi

Achter Heiliger Abend am Golf für den Ex-Teamchef Nächstes Liga-Spiel mit Al Wahda erst im Februar

Sand statt Schnee: Josef Hickersbergers Weihnachten in der Wüste von Abu Dhabi © Bild: APA/Schneider

Zum bereits achten Mal in seiner Trainer-Karriere feiert der frühere Teamchef Josef Hickersberger Weihnachten in der Wüste. Der 60-Jährige befindet sich seit zwei Wochen in Abu Dhabi, wo er den Club Al Wahda betreut.

Gesellschaft bekam der 60-Jährige mittlerweile von Ehefrau Renate, die wohl bis zum Ende seiner Tätigkeit am Persischen Golf bei ihm bleiben wird. "Ich bin sehr froh, dass sie da ist. Das erleichtert die Situation." Seine bisherigen sieben Weihnachtstage im arabischen Raum musste Hickersberger ohne Gattin verbringen und suchte stattdessen Abwechslung auf dem Golfplatz.

"Weihnachten ohne Familie, das war nie einfach für mich. Aber diesmal ist es nicht so schlimm, weil meine Frau da ist und ich noch nicht so lange hier bin", meinte der Niederösterreicher, der mit seiner Frau am Heiligen Abend ein in vielen Touristen-Hotels angebotenes "Christmas Dinner" einnehmen wird.

Wohnen in Hotel-Suite
Seit seiner Ankunft in Abu Dhabi logiert der frühere Rapid-Meistermacher in einer Hotel-Suite, und daran dürfte sich so schnell nichts ändern. "Ein Haus oder eine Wohnung hat mir der Club noch nicht gezeigt." Nicht nur aus diesem Grund sei eine Trainertätigkeit in den Emiraten in keiner Weise mit einem Engagement in Europa vergleichbar - gravierende Unterschiede gibt es auch in punkto Qualität ("Was das Tempo betrifft, ist es hier nicht mit Europa vergleichbar, und von Defensivarbeit halten die Araber prinzipiell nicht viel") und Zuständigkeiten bei Transfers. "Was ich gehört habe, haben wir zwei neue Spieler verpflichtet, einen marokkanischen Abwehrspieler und einen irakischen Teamstürmer", erzählte Hickersberger.

Nicht nur über Zugänge, auch über Rauswürfe von Spielern wird man als Coach von Al Wahda offenbar relativ spät informiert. "In meinem ersten Spiel hier hat ein Verteidiger einen Elfer verschuldet und am nächsten Tag war er schon nicht mehr da."

Kein Traumstart
Dass auch Trainer vor einer blitzartigen Entlassung nicht gefeit sind, weiß Hickersberger. "Ich nehme das mit der nötigen Portion Fatalismus. Mein Vertrag läuft bis Ende Mai, jetzt schaue ich, dass ich bis dahin auch Trainer bleibe, denn das ist 'Hire and Fire' hier." Einen Traumstart hat der frühere Nationaltrainer nicht gerade hingelegt: Die erste Partie ging 1:2 verloren, im zweiten Match reichte es nur zu einem 1:1. "Wir haben Probleme mit der Chancenauswertung. Wir sind das einzige Team ohne Ausländer im Angriff, das macht sich beim Toreschießen bemerkbar."

Al Wahda fiel auf Rang sechs zurück und liegt schon 13 Punkte hinter Spitzenreiter Al Jazeera Abu Dhabi, der am 7. Februar der nächste Meisterschafts-Gegner der Hickersberger-Truppe ist. Das ursprünglich am 24. Dezember angesetzt gewesene Duell mit Schlusslicht Al Khaleej wurde abgesagt, damit sich die Nationalmannschaft optimal auf den Golf-Cup im Oman vorbereiten kann. Dazwischen steht ein Cup-Bewerb ab 3. Jänner auf dem Programm, bei dem "Hicke" auf bis zu sechs Internationale verzichten muss.

Trotz der Pause ist aber nicht an einen weihnachtlichen Kurzurlaub in der Heimat gedacht. "Das steht überhaupt nicht zur Debatte und wäre auch nicht opportun, weil ich ja erst kürzlich meinen Vertrag unterschrieben habe. Ich werde die Zeit nutzen und im Training einige Spieler testen, um zu sehen, ob sie das Talent für die Kampfmannschaft haben."

(apa/red)