San Myung Moon von

Sekten-Gründer ist tot

Seit Wochen mit Lungenentzündung im Spital - Sekte bekannt durch Massenhochzeiten

San Myung Moon - Sekten-Gründer ist tot © Bild: REUTERS/Lee Jae-Won

Der koreanische Sektenführer San Myung Moon ist tot. Das berichtete die von Moon gegründete "Washington Times". Der selbst ernannte Messias und Gründer der Vereinigungskirche, die vielen als Moon-Sekte bekannt ist, erlag nach Berichten von südkoreanischen Kirchenführern den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 92 Jahre alt.

Moon sei um 2.00 Uhr früh (Montag/Ortszeit/Sonntagabend MESZ) im Kreise seiner Familie, Freunde und Anhänger in seiner Heimat Südkorea gestorben, so das Blatt. Er und andere Mitglieder der Vereinigungskirche hatten die Zeitung 1982 als konservative Alternative zur "Washington Post" gegründet.

"Worte können meine Gefühle nicht ausdrücken", so der Präsident der Zeitung, Thomas McDevitt. Moon habe lange in Amerika gelebt. "Er glaubte an die Notwendigkeit einer kräftigen, freien Presse, um akkurate Information und moralische Werte an die Menschen in einer freien Welt zu vermitteln."

Stark umstritten, zutiefst bewundert


Zu seinen Lebzeiten war San Myung Moon genauso stark umstritten wie er von seinen Anhängern bewundert wurde. Von diesen ließ er sich als "Wahrer Vater" huldigen - seine Familie als die "Wahre Familie".

Der selbst ernannte Messias und Gründer der "Vereinigungskirche" - so der eigentliche Name - hatte die Sekte 1954 in Südkorea gegründet. Sie ist eine der bedeutendsten religiösen Gemeinschaften der Welt. Rund drei Millionen Anhänger bekennen sich zu der Bewegung, die nach eigenen Angaben in rund 200 Ländern missionarisch aktiv ist.

Sekte bekannt für Massentrauungen

Bekannt wurde die Moon-Sekte für ihre Massentrauungen, bei denen sich tausende Paare zu einer Zeremonie versammeln. Bei den sogenannten Blessings (Segnungen) erteilte er in Stadien und per Satellit Tausenden Paaren rund um den Globus seinen Segen.

Für seine Kritiker war er ein Verführer, der es über seine religiösen Aktivitäten hinaus dank eines ausgeprägten Geschäftssinns und einer ergebenen Gefolgschaft zum Milliardär gebracht hatte.

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