Teures Exotentum

Serie 7 Slate: Spagat zwischen Desktop und Tablet kann noch nicht überzeugen

Mit den technischen Eckdaten eines Ultrabooks und mit der Haptik eines Tablets besitzt das Serie 7 Slate von Samsung eigentlich ganz gute Voraussetzungen, sich am heißumkämpften Markt mobiler Endgeräte behaupten zu können. In Kombination mit einem astronomischen Anschaffungspreis ist es letztendlich aber auch genau dieser Spagat, der den ambitionierten Hybriden auf Windows-7-Basis mehr zu einem teuren Exoten als einer eierlegenden Wollmilchsau verkommen lässt.

von Samsung Slate - Teures Exotentum © Bild: Samsung

Der gute Ersteindruck des Serie 7 Slate wird vom Lieferumfang dominiert: Neben dem Gerät sind gleich Dockingstation, Bluetooth-Keyboard und Digitizer Stift enthalten. Aber auch das Slate selbst ist äußerst hochwertig verarbeitet, glänzt mit Aluminium-Design und lässt keinen Verdacht aufkommen, jemals mit ungleichmäßigen Spaltmaßen oder wackelnden Bedienelementen konfrontiert werden zu müssen. Für den stolzen Preis von gut 1.400 Euro wäre alles andere aber auch ziemlich unangemessen.

Samsung Slate, der 3-in1-PC. In der Theorie ideal.

Ein eigener USB-2.0-Anschluss sticht bei näherer Betrachtung ebenso positiv hervor wie ein microHDMI-Ausgang, ein SD-Karten-Erweiterungsslot und nicht zuletzt ein SIM-Karten-Slot für das integrierte 3G Modem. Zentrales Element des Serie 7 Slate ist aber natürlich das mit 11,6 Zoll recht ausladende Display, das nativ für die HD-Auflösung 1.366 x 768 Pixel konzipiert ist. Auch hier gibt es nicht allzu viel zu meckern: Wirklich stören kann hier lediglich die spiegelnde Oberfläche bei hellem Umgebungslicht. Mit fast einem Kilo "Kampfgewicht" ist der 11,6-Zöller eindeutig schwerer als die aktuelle Tablet-Generation, dafür steckt auch mehr Technik drin.

Außen Tablet, innen Notebook
Die technischen Daten des Serie 7 Slate lesen sich wie von einem Ultrabook: Intel Core i5 Prozessor in Kombination mit Intel-Grafik des Typs GMA 3150, 4 GB fest verbaute RAM, 64 GB SSD-Festplatte sowie WLAN-, 3G- und Bluetooth-Konnektivität bilden eine solide Basis. Dadurch wird hohe Bereitschaft und recht flottes Arbeiten unter Windows 7 (64-Bit Version) ermöglicht, insbesondere die schnelle SSD-Festplatte trägt einen Löwenanteil dazu bei.

Viel Leistung fordert in dem Fall aber auch großen Energiehunger. Die werksseitig angegebenen Akkulaufzeiten von gut sechs Stunden konnten im Test nicht nachvollzogen werden, im Alltag musste das Serie 7 Slate nach gut vier Stunden wieder einen Boxenstopp an der Steckdose hinlegen. Das schrammt fast schon an Werten von Desktop Replacements und ist für Tablet-Dimensionen erschreckend niedrig.

Berühren. Schreiben. Tippen.
Mit Windows 7 als Basis verwendet das Serie 7 Slate ein Betriebssystem, das via Touchscreen bedient werden kann. Theoretisch. Trotz eigens dafür vorinstallierter Windows Touch-Apps bleibt das Alltags-Handling größtenteils fummelig, Windows ist einfach (noch) nicht darauf ausgelegt. Nicht umsonst arbeitet Microsoft mit der Metro-Oberfläche an einem fingerfreundlichen Konzept für Windows 8. Und nicht umsonst legt Samsung dem Slate Stift und Tastatur bei.

Mit dem Stift, dem sogenannten Digitizer Pen, fühlt man sich zwar in die PDA-Zeiten der 90er zurückversetzt, die Bedienung funktioniert aber - ob als Mausersatz oder zur Schrifterkennung - überraschend präzise. Tippen lässt es sich freilich noch schneller mit der Bluetooth-Tastatur. Dank Chicklet-Design geht das Arbeiten sehr locker von der Hand. Bonusrunde: Sollte einem keine der Eingabemethoden zu 100 Prozent zusagen, kann man bei Windows 7 dank Bluetooth und/oder USB die Peripherie seines Herzens anstecken.

Hinzu kommt allerdings ein (kleines) ergonomisches Manko: Verwendet man das Serie 7 Slate wie in der Abbildung oben als Desktop, wäre es wünschenswert gewesen, den Neigungswinkel der Dockingstation verstellen zu können. Die fixe Position verleitet je nach Höhe der Auflagefläche oder Reflexion des Umgebungslichts zu falscher Sitzhaltung.

NEWS.AT-Fazit
So ambitioniert das Samsung Serie 7 Slate auch sein mag, so schwer vermag es letztendlich zu überzeugen. Der Versuch, Notebook mit Tablet zu kombinieren, scheitert zunächst aufgrund der kurzen Akkulaufzeit und der für Tablet-Verhältnisse doch recht ausladenden Maße. Hinzu kommt ein wenig touch-freundliches Betriebssystem und letztendlich der Dolchstoß, dass das Serie 7 Slate auch preislich Notebook und Tablet vereint. Um den Preis kann man sich nämlich beides kaufen. Noch dazu in hochwertiger Ausführung. Gleich verworfen werden sollte dieser Ansatz deshalb dennoch nicht: Mit Windows 8 und ein paar Hardware-Optimierungen könnte diese Hybrid-Welt in Zukunft nämlich ganz anders aussehen.

Eine detaillierte Auflistung zu den technischen Spezifikationen des Samsung Serie 7 Slate finden sie unter www.samsung.com/de