S3 mini von

Diät für das Galaxy S3

Samsung lässt sein Flaggschiff schrumpfen: Ernste Alternative oder "Mini-Angeber"?

Samsung Galaxy S3 mini © Bild: Samsung

Mit dem Galaxy S3 hat Samsung nicht nur zahlreiche Lorbeeren unter Experten eingeheimst, sondern auch einen echten Kassenschlager aus dem Ärmel geschüttelt: Alleine im dritten Quartal 2012 konnte das Gerät 18 Millionen Mal verkauft werden und übertrumpfte damit den bisherigen Branchenprimus iPhone. Mit dem S3 mini sollen nun auch kostenbewusstere Kunden angesprochen werden. Aber ist das mini wirklich eine geschrumpfte Variante des S3? Oder will es bloß im Fährwasser des erfolgreichen großen Bruders schwimmen?

Rein äußerlich kann bestätigt werden: Das mini wird seinem Namen gerecht. In der Tat wirkt das Smartphone im direkten Vergleich wie eine kleine Ausgabe des "großen Bruders" S3. Aber nur auf den ersten Blick: Bei genauerer Betrachtung fällt etwa auf, dass zwischen Vier-Zoll-Display und Ober- bzw. Unterkante des Geräts mehr Platz ist als beim S3 und dass die Unterkante deutlich geschwungener ausgefallen ist als beim S3. Auch der charakteristische Home-Button wurde näher zum Display platziert als beim S3.

Von den Abmessungen her fällt der Sprössling schmäler, kürzer und minimal tiefer aus als das S3. Die Maße von 122 x 63 x 10 mm werden auch mit einem geringeren Gewicht von 112 Gramm abgerundet. Abgeschaut - aber nicht zum Guten - hat sich das mini letztendlich auch den Plastikbomber-Look des S3. Selbst wenn man die Vorteile des Gehäuses aus Polycarbonat (=Kunststoff) im Hinterkopf behält, hinterlässt die Ummantelung leider einen weniger wertigen Eindruck. Bei einem Mittelklasse-Handy, wie sich das S3 mini auch preislich positioniert, fällt das aber geringer ins Gewicht als bei einem dezidierten Flaggschiff. Unterm Strich liegt das mini in seiner Kompaktheit nichtsdestotrotz recht angenehm in der Hand.

Maue Anzeige, durchschnittliche Performance

Die Anzeige mit einer Bildschirmdiagonale von vier Zoll trägt zwar das Prädikat Super AMOLED-Display, hat aber nur eine Auflösung von 800 x 480 Pixel und somit eine für diese Größe durchschnittliche Pixeldichte von 233 ppi. Bezogen auf das Display des S3 schneidet der Bildschirm des mini deutlich schlechter ab: Treppeneffekte, weniger Leuchtkraft und eine gewisse Farbarmut sind nicht von der Hand zu weisen. Im Prinzip wurden solche Ergebnisse schon vor zwei Geräte-Generationen erzielt. Immerhin: Das Display wurde gut entspiegelt, weshalb man es auch bei natürlichem Tageslicht problemlos ablesen kann.

Auch im Inneren schlummert leider nicht der Turbo, den man vom S3 gewohnt ist: Herzstück ist "lediglich" ein Zweikernprozessor von ST-Ericsson, der mit 1 GHz getaktet ist und von 1 GB RAM unterstützt wird. Sicherlich braucht man das nicht gerade schlecht zu reden, da im Alltag äußerst selten Ruckler bei der Bedienung rudimentärer Aufgaben auftreten. Das dürfte aber eher dem neuen Android OS 4.1 zu verdanken sein als der Hardware. Im Vergleich zum S3 fällt auf, dass Anwendungen deutlich langsamer starten und nicht immer so anstandslos performen. Hier macht sich die Mittelklasse eindeutig bemerkbar.

Abgespeckt bis hin zum Akku

Was sich bei Display und Performance leider schon angedeutet hat, setzt sich bei Verbindungsmöglichkeiten, Speicher und Akkulaufzeit fort: Hier ein fehlender NFC-Chip, dort nur gut 4 von 8 GB Speicher nutzbar und eine Akkulaufzeit, die bei durschnittlicher Nutzung gerade mal einen Tag durchhält, stellen unter Beweis, dass das S3 mini bis auf den Namen und einer gewissen optischen Verwandtschaft nur äußerst wenig mit dem "großen Bruder" S3 gemeinsam hat.

Berücksichtigt man den Straßenpreis von rund 280 Euro (S3 mini) im Gegensatz zu 430 Euro (S3) mag ein deutlicher Unterschied zwar einleuchten. Samsung muss sich an dieser Stelle aber dennoch den Vorwurf gefallen lassen, dass die Namensgebung unglücklich bis irreführend ausgefallen ist.

NEWS.AT-Fazit

Letztendlich ist das Galaxy S3 mini nur ein passables Mittelklasse-Smartphone, das bis auf optische Ähnlichkeiten eigentlich in keinster Weise das Prädikat "S3" verdient. Die Idee, oder vielleicht besser den Wunsch, ein Highend-Smartphone in kompakter Form aufzutischen, hat Samsung somit leider klar verfehlt. Wer keine hohen Ansprüche hegt und vorrangig simple Tasks mit seinem Smartphone erledigen möchte, kann das S3 mini natürlich dennoch ins Auge fassen.

Bewertung: 3 / 6 3 / 6 3 / 6 3 / 6 3 / 6 3 / 6

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