Fakten von

Wiener Dschihad-Mädchen tot?

Samra K. wollte von IS fliehen - und wurde dabei angeblich erschlagen

Samra Kesinovic © Bild: APA/EPA/Interpol

Lange Zeit blieb das Rätsel um die zwei vermissten Wienerinnen offen. Samra K. - zum Zeitpunkt des Verschwindens 16 Jahre alt - und ihre Freundin Sabina S. - damals 15 - hatten sich im April 2014 nach Syrien abgesetzt. Um für den "Heiligen Krieg" zu kämpfen. Nun ereilt uns die Nachricht über Samras Tod. Medienberichten zufolge soll sie von IS-Kämpfern erschlagen worden sein.

Sie malten sich ein Leben aus, in dem sie gut umsorgt wären, sich um Mann, Kinder und Haushalt kümmern würden. In diesem Glauben schrieben sie die Abschiedsbriefe an ihre Eltern: "Sucht nicht nach uns. Wir werden Allah dienen - und für ihn sterben, wenn er es verlangt." Kurz nach ihrem Verschwinden nahm Samra Kontakt zu ihrer zwei Jahre älteren Schwester auf. Die Stimmung war bereits eine deutlich andere: "Niemand soll nach Syrien kommen. Es ist sehr gefährlich hier. Wir müssen fast jede Nacht unsere Unterkünfte wechseln, ziehen von einem Ort zum anderen, dauernd fliegen Gewehrkugeln an uns vorbei."

Bereits im Dezember letzten Jahres kursierten Gerüchte um Sabina Tod. Sie soll bei Gefechten an der syrischen Grenze ums Leben gekommen sein. Nun ist offenbar auch Samra tot. Laut "bild.de" soll das Mädchen zuletzt mit mehreren Frauen in einem Haus gewohnt und ein Kind zur Welt gebracht haben. Als sie versuchte, aus Raqqa zu fliehen und sich aus den Fängen des IS (Daesh) zu befreien, soll sie erschlagen worden sein. Mit einem Hammer. Eine Bestätigung seitens der österreichischen Behörden zum angeblichen Tod der beiden Mädchen gibt es bislang noch nicht.

Ein Jahr nach dem Verschwinden der Mädchen, im April dieses Jahres, sprach News mit Sabinas Mutter. "Meine Tochter und Samra leben" sagt sie. Gerüchten über den Tod der Mädchen schenkt sie keinen Glauben. Fast täglich schreibe sie ihrer Tochter Nachrichten über Whatsapp. Diese wiederum antworte, dass es ihr gut ginge. Auch Samras Eltern würden auf diesem Weg mit ihrer Tochter in Kontakt stehen. Bleibt also doch noch ein Funken Hoffnung, dass die Mädchen am Leben sind.

Kommentare

Ich würde sagen, ab heute und das ganze Jahr 2016 Staatstrauer. Aber nicht, weil das Mädchen umgebracht worden ist, weil das ist schlimm genug, sondern aus dem einen Grund, weil die "Dummheit - im Gegensatz zu den Menschen die sich auf so eine "Abenteuer" einlassen - offensichtlich nicht ausstirbt! Das Mädchen hat ohnehin die Höchststrafe erhalten. Dies als Warnung für alle Jugendlichen!

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