Salzburgs Meisterparty ohne Rekord: Marc Janko verpasst Bestmarke von Hans Krankl

39 Saisontore aber kein Treffer bei 1:4 vs. Altach<br>Verpasst damit auch Goldenen Schuh gegen Forlan Altach muss trotz Überraschungs-Erfolg absteigen

Salzburgs Meisterparty ohne Rekord: Marc Janko verpasst Bestmarke von Hans Krankl © Bild: APA/Krugfoto

Vor der großen Meisterparty hat Champion Red Bull Salzburg eine peinliche 1:4-Heimniederlage gegen Schlusslicht SCR Altach kassiert. Trotz dieser tollen Vorstellung müssen die Vorarlberger nach drei Jahren in der obersten Spielklasse in die Erste Liga absteigen. Salzburg-Torjäger Marc Janko ging im letzten Saisonspiel leer aus und verpasste damit den "ewigen" Rekord von Rapid-Goleador Hans Krankl, der in der Saison 1977/78 insgesamt 41 Treffer verbucht hatte, um zwei Tore.

Vor dem Match wurden die scheidenden Salzburg-Spieler und Niko Kovac, der seine Profi-Karriere nach 18 Jahren beendet hat, ebenso wie das Trainer-Team um Co Adriaanse verabschiedet. Der Niederländer, der die "Bullen" nach nur einem Jahr verlassen muss, wurde mit viel Applaus und sogar Sprechchören von den 22.500 Fans bedacht. Auf der Gegenseite gab es vor dem Anpfiff auch für den 41-jährigen Altach-Torhüter Josef Schicklgruber vor seinem letzten Bundesliga-Match Blumen.

Die Partie verlief zunächst wie erwartet, Salzburg dominierte den Absteiger von Beginn weg und ging gleich durch die erste Großchance in Führung. Janko erkämpfte sich gegen Verteidiger Gramann den Ball, der vom unbewachten Zickler wuchtig ins lange Eck zum 1:0 befördert wurde (14.). Wenig später krachte ein Janko-Freistoß aus rund 20 Metern knapp an der Stange vorbei (16.). Und in Minute 27 scheiterte der Torschützenkönig aus kurzer Distanz an Schicklgruber.

Die beste Möglichkeit auf das 2:0 fand aber Vonlanthen vor: Der Schweizer scheiterte nach toller Vorarbeit und Maßflanke von Zickler per Kopf aus kurzer Distanz an Schicklgruber (38.). Kurz darauf bewahrheitete sich wieder einmal die alte Fußball-Weisheit, dass man Tore, die man nicht schießt, bekommt, führte doch die erste Altach-Chance zum 1:1: Nach perfektem Zuspiel von Jun erwischte Kapitän Guem mit seinem Schuss zwischen die Beine Salzburg-Schlussmann Gustafsson kalt (40.).

Altach dreht Partie
Aber es kam noch schlimmer für die Gastgeber, denn in Minute 49 führte ein schneller Konter zum 1:2: Nach Querpass des links durchbrechenden Konrad rutschte Mittelstürmer Radonjic zwar daneben, aber der ebenfalls mitgesprintete Jun hatte leichtes Spiel und vollendete zur überraschenden Führung des krassen Außenseiters, der bisher noch nie gegen die Salzburger gewonnen und alle drei vorangegangenen Saisonpartien gegen das Adriaanse-Team verloren hatte.

Danach ging beim Meister aus der Mozartstadt, bei dem die meisten Akteure mit dem Kopf anscheinend schon bei der anschließenden Feier waren, nach vorne fast gar nichts mehr: Lediglich einen gefährlichen Boussaidi-Querpass auf Janko musste Schicklgruber abfangen (55.). Auch das Flankenspiel funktionierte überhaupt nicht, wie der Umstand beweist, dass Jankos erster Kopfball in Minute 56 aus einem Bodnar-Einwurf resultierte.

Auf der Gegenseite machten es die Altacher viel besser. Nach einem Corner kam es zu einem unübersichtlichen Gestocher in der Strafraum-Mitte, an dem die Altacher Kling und Konrad sowie Salzburg-Offensivgeist Zickler beteiligt waren, der Treffer wurde schließlich Kling gutgeschrieben. Für den Schlusspunkt sorgte Koch, der sich im Alleingang gegen drei Salzburg-Spieler durchsetzte und anschließend auch Gustafsson keine Chance ließ (82.).

Pfiffe für Salzburg
Nach diesem herrlichen Treffer gab es für die Altacher sogar Applaus von den Salzburg-Fans, die dafür die eigene Mannschaft, vor allem wegen der katastrophalen Leistung in Hälfte zwei, mit Pfiffen bedachten. Die rund 300 mitgereisten Anhänger aus dem "Ländle" feierten bereits seit dem Ausgleich ausgelassen auf den Rängen, an ihrer guten Stimmung änderte auch der Abstieg nichts. Im Finish verhinderte Gustafsson weitere Gegentreffer von Mattle und Radonjic (90./91.). Auf der Gegenseite prüfte Janko den neuen Schlussmann Michl, der in der 88. Minute Schicklgruber, der mit viel Applaus in die Fußball-Pension geschickt wurde, abgelöst hatte (92.).

(apa/red)