Salzburger Pfingstfestspiele von

Bartoli triumphiert als Aschenbrödel

Sängerpersönlichkeit zeigt in "La Cenerentola", dass sie eine echte Könnerin ist

  • Salzburger Pfingstfestspiele: La Cenerentola
    Bild 1 von 9 © Bild: Salzburger Festspiele / Silvia Lelli

    La Cenerentola bei den Salzburger Pfingstfestspielen

  • Salzburger Pfingstfestspiele: La Cenerentola
    Bild 2 von 9 © Bild: Salzburger Festspiele / Silvia Lelli

    La Cenerentola bei den Salzburger Pfingstfestspielen

Cecilia Bartoli, eine der großen Sängerpersönlichkeiten der Zeit, zeigt bei den Salzburger Pfingstfestspielen, dass sie auch als künstlerische Leiterin eine echte Könnerin ist. In der Titelrolle von Rossinis Märchenoper „La Cenerentola“ („Aschenbrödel“) eröffnete sie das Festival im Triumph.

Für Kenner war klar: die Koloraturvirtuosin weiß, wie sie ihren prachtvollen Mezzosopran zum Prunken bringt. Das tat Cecilia Bartoli mit einer ihrer Paraderollen, der anspruchsvollen Koloraturpartie der Angelina in Gioachino Rossinis „La Cenerentola“. In prächtigsten Farben entfaltete Bartoli ihren Mezzosopran und überzeugte darstellerisch mit Charme und Humor als geknechtete Existenz, die sich in ihr Elend fügt bis sich ihr Leben wandelt.


Dass der strahlkräftige Fokus der Aufführung sich nicht einzig auf die kultisch verehrte Diva konzentriert, ist der klugen Programmierung der künstlerischen Leiterin Bartoli zurückzuführen. Von Regie bis zum Graben wird nur Bestes aufgeboten.

Der italienische Regisseur Damiano Michieletto entfaltet die Geschichte der vom Vater und den Halbschwestern drangsalierten Angelina als modernes Märchen mit Ernst und Fantasie. Fabelhaft, seine präzise Personenführung. Paolo Fantin hat dafür ein ausgezeichnet praktikables Bühnenbild geschaffen, eine Imbissbude, die sich je nach Bedarf in einen modernen Palast verwandelt.

Der Zauberer Alidoro (Ugo Guagliardo) schwebt per Videoinstallation (Rocafilm) auf die Erde, verwandelt Angelinas Vater (Enzo Capuano) in einen Esel und wieder in einen geldgierigen Tyrannen im klassischen Ruderleiberl-Outfit. Das wirkt wie aus einem italienischen Film.
Gesungen wird fabelhaft. Javier Camarena (Don Ramiro) ist stimmlich ein würdiger Partner Bartolis. Der höhensichere mexikanische Tenor, ein Idealfall für Rossini, ruft zuweilen die Erinnerung an Francesco Araiza wach.

Glaubhafte Schreckschrauben verkörpern Lynette Tapia (Clorinda) und Hillary Summers (Tisbe). Eindrucksvoll singt und agiert der seit Riccardo Mutis Pfingstfestspielen in Salzburg bekannte Nicola Alaimo (Dandini).

Ereignishaftes generiert Jean-Christoph Spinosi mit seinen Originalklängern, dem Ensemble Matheus. Furios-energetisch, fulminant, fein nuanciert bringt er Rossinis betörende Partitur zum Leuchten.

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