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Salzburger Marionettentheater steht vor dem Aus

Alle Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet - Stadt und Land stellen Hilfe unter Bedingungen in Aussicht - Engere Kooperation mit dem Landestheater angestrebt

Das Salzburger Marionettentheater - seit 2016 immaterielles Kulturerbe der Unesco - steht vor dem Aus. Da der Betrieb nur mehr bis Mai 2019 gesichert ist, wurden Ende November alle 14 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet, berichteten Salzburger Medien am Freitag. Stadt und Land Salzburg verknüpfen eine Finanzspritze mit strukturellen Bedingungen.

Das Theater ist in seinen 105 Jahren bis auf eine Ausnahme ohne öffentlichen Zuschuss ausgekommen. Nun wurden Stadt und Land um je 150.000 Euro Subvention gebeten. Laut "Salzburger Nachrichten" besteht in der Stadt das Einvernehmen zwischen Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und Kulturressortchef Vbgm. Bernhard Auinger (SPÖ), das Marionettentheater unbedingt sichern zu wollen. Angestrebt werde eine Übernahme durch das Landestheater, die erforderlichen 150.000 Euro sollen als Anschub bereitgestellt werden.

Bei einem Gespräch in der Vorwoche wurden die Möglichkeiten von Koproduktionen zwischen Landestheater und Marionettentheater erörtert. Intendant Carl Philip von Maldeghem verwies auf die bereits erfolgte Zusammenarbeit und zeigte sich bereit, auf dieser Schiene weiterzumachen. Aber er respektiere die Haltung, dass das Marionettentheater eigenständig bleiben möchte.

Auinger meinte dazu, er könne sich auch eine eigenständige Fortsetzung des Betriebs "unter dem Dach des Landestheaters" vorstellen. Eine Förderung werde es aber erst geben, wenn ein tragfähiges und kooperatives Konzept für eine Weiterführung vorliege. In dieser Haltung wisse er sich mit dem Landeskulturreferenten LHStv. Heinrich Schellhorn (Grüne) eins. Auch aus dem Büro des Landeshauptmanns kam am Donnerstag die Aussage, dass "unter bestimmten strukturellen Bedingungen" eine finanzielle Hilfe des Landes möglich sei.

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