Salzburger Finanzskandal von

Nobelhotels und Champions League

Monika Rathgeber war bei Banken und FIrmen ein begehrter Gast für Top-Events

Monika Rathgeber © Bild: APA/Neumayr/MMV

NEWS vorliegende E-Mails zur Salzburger Finanzaffäre werfen ein bezeichnendes Licht auf die umstrittenen Geschäftsbeziehungen zwischen Banken, wichtigen Firmen und der langjährigen Salzburger Finanzreferentin Monika Rathgeber, die im Mittelpunkt der Salzburger Finanzaffäre steht.

So existiert eine Mail von einem Mitarbeiter der Abteilung Treasury Sales der Bank Austria Creditanstalt AG vom 8. Februar 2006 an Frau Rathgeber. Der Inhalt: eine Einladung zum Champions-League-Spiel FC Bayern München gegen AC Milan am 21. Feber 2006 in der Münchner Allianz Arena. Zitat: „Wir freuen uns, dass Sie unsere Einladung (…) angenommen haben.“ Als Treffpunkt wird die Hotelbar des exklusiven Arabella Sheraton in München genannt, zudem wurde ein Tisch „im a la carte Restaurant“ reserviert.

Am 27. April 2005 sendet ein Banker aus dem Bereich Treasury Sales der Bank Austria Rathgeber eine Mail mit einer Reservierungsbestätigung für ein Zimmer im Wiener Hotel „Le Méridien“, das vom 1. bis zum 3. Juli 2005 für Rathgeber reserviert wurde. Zitat: „Seid während Eures Aufenthalts unser Gast und lasst Euch verwöhnen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Konzert.“ NEWS konfrontierte die Pressestelle der UniCredit AG (wie die Bank Austria heute heißt) mit den Mails. Die Antwort: UniCredit sei Champions-League-Sponsor, weshalb ein kostenloses Ticket-Kontingent zur Verfügung stehe, das an „interessierte Kunden“ vergeben werde. Spannend. Denn als Rathgeber mit der Bank Geschäfte machte, war dort Willi Hemetsberger im Top-Management tätig. Heute ist er als Aufklärer der Finanzaffäre engagiert.

„Masters of Dirt“

Den absoluten Vogel in Sachen Einladungen schoss freilich das Salzburger Messezentrum ab. Man lud Frau Rathgeber zu einer Veranstaltung mit dem treffenden Titel „Masters of Dirt“ ein. Unter dem Betreff „Geschenk“ existiert eine Mail vom 26. Februar 2008. Zitat: „Hallo liebe Monika! Geschafft, ich hab jetzt 4 Karten für die Loge 5 – Samstag, 8. März 2008, Beginn 19 Uhr. Wohin darf ich sie schicken?“ Das Messezentrum lädt Rathgeber im März 2007 auch zur „Oldie Night“ in den Chinesischen Nationalcircus ein. Rathgeber bedankt sich und bittet um zwei weitere Karten, da ihre Mutter Geburtstag habe. Zitat: „Ich würde die 2 zusätzlichen Karten selbstverständlich auch bezahlen.“ Die Antwort: „Selbstverständlich werden wir Ihnen 2 zusätzliche VIP-Karten in Ihr Büro senden.“ Das Messezentrum zu NEWS: „Masters of Dirt und die Oldies Night waren überbucht, weswegen Frau Rathgeber von uns eingeladen wurde.“

Kommentare

wenn man hier so liest was da alles an persönlichen vorteilen wie essenseinladungen am laufenden band, konzerte, luxushotels etc. gelaufen ist hat man als einfacher bürger und steuerzahler wirklich das gefühl, dass hier richtig geschmiert wurde und die bauernschlaue immer lächelnde dame dass wohlwollend konsumiert hat!
wenn das nicht beamtenbestechung im klassischen sinne ist?!

manipura melden

Was immer da rund um Frau Rathgeber passiert ist in diesem Finanz-Schlamassel: Ich habe von ihr noch keine Meldung vernommen, dass sie es als unrecht ansieht, dass mit Steuergeld spekuliert wurde! Im Gegenteil - sie sieht sich im Recht, hat "zum Wohl" des Landes gearbeitet! Es scheint mir, dass ihr Wahrnehmungsvermögen bzgl. ihrer Kompetenzen etwas irreal ist.

manipura melden

In jeder Privatfirma wäre sie nach solchen Vorfällen entlassen, ohne Wirbel, ohne Anwalt, ohne Chance auf Klage zur Wiedereinstellung. In dem Fall sieht man jedoch, dass Landesbedienstete, bzw. Landesbeamte (so auch Herr Paulus) anscheinend in "geschützten Werkstätten" arbeiten. Die politische Verantwortung ist dabei wieder eine andere Sache. Darüber entscheiden die Szbger bei der Wahl

Nudlsupp melden

In den "geschützten Werkstätten" wie Sie diese nennen, gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied. Es gibt kein persönliches Risiko und keinerlei persönliche Konsequenzen.

Lt. deren Meinung ist das Geld wahrscheinlich auch gar nicht weg, es hat jetzt halt nur ein Anderer. :-)

Bauerschlau ist sehr gut!
So schlau wie die kann man nur sein, wenn rundherum Salzburger sitzen oder genauso schlaue Innviertler. Es kommen sehr viele Politiker und Beamte aus dem noerdlichen Flachgau und Innviertl.

wann wird dieser bauernschlauen trutschn endlich dieses depperte grinsen vergehen?
sie hat MIR zwar nichts getan, aber ich mag sie trotzdem nicht!

mrcoke

warum schreibt jeder dass die BA jetzt Unicredit AG heißt, der offizielle Firmenname, der der im Firmenbuch steht ist Unicredit Bank Austria AG..... also kann man zur BA weiter BA sagen und nicht immer nur Unicredit

ich denke auch, dass diese werte dame mehr dreck am stecken hat als von vielen angenommen!
hat ihre macht und position als börsenspekulantin des landes jahrelang für private und persönliche annehmlichkeiten ausgenützt!
mit ihrem etwas naiven und kindlichen lächeln glaubt sie alle einwickeln zu können!
hier wird noch einiges in einem andern licht erscheinen!

wintersun melden

Ich nehme an dass Frau Rathgeber da bei weitem nicht die einzige ist die sich da beschenken und verwöhnen lässt.
Ich würde eher vermuten hier handelt es sich mehr um die Regel als die Ausnahme?
Für Politiker gibt es doch Schmankerl wie Sand am Meer...

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Da haben Sie wohl Recht wintersun. Aber da sieht man auch, wie subtil und wie harmlos manchmal die Maschinerie der Bestechung abläuft Kleine Gefälligkeiten, größere Geschenke, umgarnen, umwerben, und eh sichs derjenige versieht, hängt er schon im Spinnennetz.

Und auch, wenn solche "Präsente" und "Aufmerksamkeiten" natürlich nur freiwillig, gerne und komplett ohne Erwartung irgendeiner Gegenleistung waren, so kenne ich Banken und andere Aktiengesellschaften gut genug, daß diese definitiv nichts verschenken. Insofern wird sich Fr. R. hier keinen Gefallen getan haben. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß Sich auch die Staatsanwaltschaft diesen Themenkomplex der Geschenke und Einladungen bald genauer anschaut.

wintersun melden

Wie Sie schreiben, das geht schneller als man denkt. Aber dazu muss man halt scharfsinning genug sein sonst ist man auf so einem Posten fehl am Platz. Wobei ich in diesem Fall eher der Meinung bin dass gewisse Abläufe ganz bewusst erfolgten
:-)
Nein, einen Gefallen hat sich die Frau wohl wirklich nicht getan. Wie's geendet hat sieht man ja.
Ich würd mich nicht gerade darüber freuen wenn solche Sachen über mich in der Presse stehen ;)
Naja dann wird die Staatsanwaltschaft bald noch mehr zu tun haben...

giuseppeverdi melden

Ja genau wintersun. Und weil Frau Rathgeber nicht die EINZIGE ist, die sich Annehmlichkeiten finanzieren hat lassen, deswegen wird ihr Tun besser und grenzt deshalb nicht mehr an den größten Betrug aller Zeiten (es gilt die Unschudsvermutung) Leute gibts hier die gibt es nicht!

wintersun melden

@guiseppeverdi: Ich habe niemals geschrieben dass das Tun dieser Frau aus irgendwelchen Gründen besser wird!
An den größten Betrug aller Zeiten grenzt für mich höchstens die Bankenrettung der EU.
Was meinen Sie mit "Leute gibts hier die gibt es nicht!"?
Ich kann Ihnen nicht ganz folgen...

wintersun melden

Hoppala, hab Ihren Usernamen falsch geschrieben, meinte natürlich @giuseppeverdi!

Nudlsupp melden

@wintersun: Ohne dieser Fr. R. was unterstellen zu wollen, bin ich ebenfalls der Meinung, daß sie genau wusste, was sie tat, sie hat es einfach genossen. Gibt es in den Dienstverträgen nicht sogar Regeln wie mit Geschenken umzugehen ist?

Vielleicht hat sie diese Sachbezüge nicht mal versteuert. Dann gibts auch noch ne feine Steuernachzahlung. :-)

wintersun melden

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin durchaus der Meinung dass die Frau genau gewusst hat was sie tut und es natürlich genossen hat - wie ich mit "Wobei ich in diesem Fall eher der Meinung bin dass gewisse Abläufe ganz bewusst erfolgten" andeuten wollte.
Möglicherweise hab ich mich unklar ausgedrückt.
Im Grunde wollte ich nur darauf aufmerksam machen dass es sich mit solchen Geschenken wohl kaum um einen Einzelfall handelt - im Gegensatz zur Tragweite die in diesem Fall enorm scheint.
Die Dienstverträge kenne ich leider auch nicht, wäre allerdings interessant. Hehe ja sollte sie es nicht versteuert haben und deswegen "nachbrennen" müssen würde sich mein Mitleid in Grenzen halten :-)

Urlauber2620
Urlauber2620 melden

Grundsätzlich wird erst mal alles abgestritten.Es gilt ja die Unschuldsvermutung.Die hat mehr Dreck am Stecken als so mancher sich vorstellen kann.

brekstad melden

Wenn ich die Dame mit den Wiener Müllmännern vergleiche kommt mir das KOTZEN

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