Salzburger Festspiele von

Vertriebener Jedermann

Keine Premiere am Domplatz. Regen vertreibt "Jedermann" ins Große Festspielhaus.

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    Fotoprobe "Jedermann"

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Das Wetter hat nicht mitgespielt - die traditionsreichste Premiere der Salzburger Festspiele fand am Samstag Abend nicht wie üblich auf dem Domplatz, sondern im Großen Festspielhaus statt. Es ist dies die letzte Spielzeit für die Inszenierung von Christian Stückl, die seit 2002 in unterschiedlichen Besetzungen gezeigt wird.

Stückl hat an seiner Regie permanent weitergearbeitet und gefeilt. Hugo von Hofmannsthals ultra-katholisches Mysterienspiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes präsentierte sich in diesem Jahr weitgehend entkitscht und befreit von bigotten Rührseligkeiten.

Im Zentrum des Stücks stand "Jedermann" Nicholas Ofczarek, der aggressiv, modern und relativ wenig theatralisch an die Rolle heranging. Neben ihm Peter Jordan als "Guter Gesell" und "Teufel". Jordan heimste für seine lebendig-witzige Darstellung des Pelzbuben sogar Sonderapplaus ein. Keck, jugendlich und jung auch Lina Beckmann als "Gute Werke" sowie Sacha Oskar Weis als "Mammon". Auch Ben Becker als "Tod", Martin Reinke als "armer Nachbar" und "Gott der Herr" sowie Elisabeth Rath als "Jedermanns Mutter" punkteten beim Premierenpublikum. Ein bisschen abgefallen ist Birgit Minichmayr in der Rolle der "Buhlschaft" - sie agierte vergleichsweise wenig sprachverständlich und ohne besondere Strahlkraft.