Salzburger Bullen überleben Chaos-Spiel:
Meister siegt nach Rückstand in Mattersburg

Zwei Ausschlüsse - 3 Tore innerhalb von 3 Minuten Cziommer im Elfmeternachschuss zur Entscheidung

Salzburger Bullen überleben Chaos-Spiel:
Meister siegt nach Rückstand in Mattersburg © Bild: APA/Hochmuth

Meister Red Bull Salzburg hat nach dem erfolgreichen Europacup-Auftritt auch in der Fußball-Bundesliga nachgezogen, denn die Mozartstädter setzten sich beim SV Mattersburg mit 3:2 (1:0) durch. Für die Burgenländer, die vor eigenem Publikum zuletzt Vizemeister Rapid bezwungen hatten, war es hingegen die dritte Niederlage in der noch jungen Saison.

Robin Nelisse (39.), Dusan Svento (50.) und Simon Cziommer (84./Elfmeter-Nachschuss) stellten in einer kuriosen Partie Salzburgs Erfolg sicher. Goce Sedloski (48.) und Ronald Spuller (49.) hatten das Match vor 5.700 Zuschauern im Pappelstadion zwischenzeitlich sogar gedreht. Bei Mattersburg sahen mit Michael Mörz (79.) und Robert Waltner (83.) zwei Akteure die Rote Karte.

Nelisse trifft erneut
In einer Partie, die die Bezeichnung "Sommerkick" vor allem in der ersten Spielhälfte verdiente, brachte Nelisse Salzburg sechs Minuten vor der Pause voran. Der Niederländer traf nach einer Flanke von Tchoyi via Gegenspieler Malic und erwies sich nach seinem Treffer in Zagreb damit als Salzburgs derzeit gefährlichster Angreifer. Der im Burgenland anstelle des später eingewechselten Zickler aufgebotene Janko fand vor den Augen von Haifa-Trainer Levi Elisha nur schwer ins Spiel.

Dass der zwar spielerisch überlegene, aber behäbig wirkende Meister mit der Führung in die Pause ging, lag aber auch an einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Fritz Stuchlik. Der Unparteiische verweigerte einem Treffer von Malic nach einem vermeintlichen Foul an Salzburg-Torhüter Gustafsson (40.) die Anerkennung. Zuvor waren beide Teams, die ihre Angriffe über die Flanken zu forcieren versuchten, nur durch Fernschüsse von Aufhauser bzw. Mörz (beide 33.) in Erscheinung getreten.

Drei spektakuläre Minuten
Großen Unterhaltungswert entwickelte das Spiel erstmals zwischen der 48. und 50. Minute. Sedloski (48.) und Spuller (49.) drehten die Partie für die Hausherren innerhalb von wenigen Sekunden Spielzeit, praktisch im Gegenstoß nutzte Svento einen Stellungsfehler in der Mattersburger Defensive zum postwendenden Ausgleich.

Der durch die Tore ausgelöste Elan des Spiels pendelte sich nach einer Stunde aber wieder ein. Die Gemüter erhitzten sich erst elf Minuten vor Schluss, als Mattersburgs Mörz nach einem Disput mit Gegenspieler Aufhauser von Stuchlik aufgrund einer Tätlichkeit (Kopfstoß) ausgeschlossen wurde. Nur drei Minuten später stieß der zurückgeeilte Waltner Janko im Strafraum um, neben dem berechtigten Elfmeter setzte es auch eine harte Rote Karte für den Ungarn.

Cziommer im Nachschuss zum Sieg
Cziommer scheiterte mit dem Strafstoß zwar an Bliem, der eingewechselte Deutsche brachte den wegspringenden Ball aber mit dem Kopf im Gehäuse unter. Für den SVM endete damit auch eine fünf Spiele andauernde Erfolgsserie vor heimischem Publikum.

SV Mattersburg - Red Bull Salzburg 2:3 (0:1)
Pappelstadion, 5.700, SR Stuchlik.

Torfolge:
0:1 (39.) Nelisse
1:1 (48.) Sedloski
2:1 (49.) Spuller
2:2 (50.) Svento
2:3 (84.) Cziommer (Elfmeter-Nachschuss)

Mattersburg: Bliem - Pauschenwein, Malic, Sedloski, Hamouz - Spuller, Seidl (78. Pöllhuber), Sedlak (91. Stjepanovic), Schmidt (91. Wagner), Mörz - Waltner

Salzburg: Gustafsson - Schwegler, Sekagya, Dudic, Ulmer - Tchoyi, Aufhauser, Leitgeb (69. Cziommer), Svento (78. Jezek) - Nelisse (75. Zickler), Janko

Rote Karten: Mörz (79./Tätlichkeit), Waltner (83./Torraub)
Gelbe Karten: Pauschenwein, Malic, Sedloski bzw. Leitgeb, Dudic, Aufhauser

(apa/red)