Salzburg - Rapid von

Bullen setzen auf ein Comeback

Stürmer Alan wieder dabei - Rapid traut sich trotzdem einen Erfolg in Salzburg zu

Salzburg gegen Rapid © Bild: GEPA/Ort

Die Freude ist dem Brasilianer anzusehen. Nach fast eineinhalb Jahren Verletzungspause kann Alan wieder das tun, was er am liebsten tut - Tore am Fließband erzielen. Im Training tut er das bereits. Am Sonntag (16.00 Uhr/live im NEWS.AT-Ticker) im Schlager gegen Rapid kehrt der Salzburg-Stürmer auch auf die große Fußball-Bühne zurück. Gegen die Hütteldorfer hatte am 28. August 2011 auch seine Leidenszeit begonnen.

Alan zog sich damals einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Zwei Operationen und einige Komplikationen später ist der 23-Jährige wieder in Vollbesitz seiner Kräfte. Die Vorbereitung auf die Frühjahrssaison machte der quirlige Angreifer voll mit. "Ich habe keine Probleme mehr mit dem Knie", versicherte Alan. "Für das Selbstbewusstsein ist das extrem wichtig."

Der Konkurrenzkampf in Salzburg ist groß. In Alans Abwesenheit hat sich der Spanier Jonathan Soriano mit bisher 14 Ligatoren zum Angreifer Nummer eins gemausert. Trainer Roger Schmidt dachte zwar auch laut über eine Doppelspitze nach, gegen Rapid dürfte Alan aber noch auf der Bank beginnen. "Man muss den Spieler auch in gewissem Maß schützen", meinte Schmidt. "Wir werden ihn noch sehr brauchen in der Restrunde."

Alan, Red Bull Salzburg
© GEPA/Roittner Stürmer Alan kehrt nach langer Verletzungspause ins Bullen-Team zurück.

Die folgenschwere Verletzung hatte sich Alan bei einem fairen Zweikampf mit Rapids Christopher Trimmel zugezogen - in der Nachspielzeit eines 0:0 in Wals-Siezenheim. Dass der Weg zurück ausgerechnet gegen den Rekordmeister beginnt, ist eine Ironie des Schicksals. "Der Fußball schreibt manchmal seine ganz eigenen Geschichten", sagte Salzburg-Coach Schmidt. "Mich würde es nicht überraschen, wenn er am Sonntag ein Tor schießt."

Schöttel glaubt an starke Bullen

"Nach Salzburg fährt keine Mannschaft als Favorit, wir auch nicht", betonte Rapid-Trainer Peter Schöttel, der die Salzburger noch deutlich stärker einschätzt als im Herbst. Einerseits ist die Ende des Sommers - nach einer Heimniederlage gegen Rapid - umgebaute Team des Meisters nun länger zusammen, andererseits stehen mit dem genannten Alan oder Dusan Svento einige Langzeitverletzte wieder zur Verfügung.

"Ich glaube nicht, dass sie im Frühjahr viele Punkte abgeben werden", meinte Schöttel. Im Kampf um Platz zwei und damit den zweiten Champions-League-Qualifikationsplatz liegen die Salzburger bei einem Spiel weniger drei Zähler vor Rapid. Schöttel: "Natürlich wäre es ein Ziel, dass wir nach diesem Spiel punktegleich sind. Wir fahren auf jeden Fall dorthin, um zu punkten."

Rapid muss Selbstvertrauen einimpfen

Mut macht seinem Team neben der ansprechenden, wenn auch unbelohnten Leistung im Derby auch die jüngste Vergangenheit: Von den vergangenen sieben Spielen in Salzburg haben die Grün-Weißen nur eines verloren. "Das Auswärtsspiel in dieser Saison war sehr gut, im Heimspiel war Salzburg die bessere Mannschaft, da haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen", erinnerte Schöttel.

Dennoch habe er seinem Team die Erfolge in Erinnerung gerufen. "Wir müssen aggressiv sein und uns etwas zutrauen", erklärte der Rapid-Trainer. "Es wäre ein sehr schönes Zeichen, wenn wir dort etwas mitnehmen. Das wäre es aber auch gegen die Austria gewesen." Der im Stadtduell früh ausgeschlossene Rückkehrer Branko Boskovic fehlt in Salzburg ebenso wie Michael Schimpelsberger gesperrt.

Christopher Trimmel dürfte statt Schimpelsberger rechts in die Viererkette zurückrücken, dafür Neuzugang Marcel Sabitzer erstmals von Beginn an für Rapid spielen. "Ich rechne mit einem offensiven Gegner. Die Salzburger werden dominant auftreten wollen. Darauf werden wir uns einstellen", versprach Schöttel. Selbst eine dritte Niederlage in Folge - vor der Winterpause gab es ein 0:1 in Wr. Neustadt - wäre angesichts der schweren Auslosung zum Frühjahrsstart noch kein Beinbruch. "Es sind auch danach noch viele Punkte zu holen."


Red Bull Salzburg - SK Rapid Wien:
(Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, Sonntag, 16.00 Uhr/live ORF eins, SR Hameter).

Salzburg: Walke - Klein, Schiemer, Vorsah, Ulmer - Hinteregger/Ilsanker - Teigl, Leitgeb, Berisha, Kampl - Soriano
Ersatz: Gustafsson - Dibon, Schwegler, Svento, Lazaro, Nielsen, Alan
Fraglich: Mane (erkrankt), Rodnei (Leistenprobleme)

Rapid: Königshofer - Trimmel, Sonnleitner, Gerson, Schrammel - Heikkinen, Pichler - Sabitzer, Hofmann, Burgstaller - Alar
Ersatz: Novota - Katzer, Kulovits, Wydra, Grozurek, Schaub, Boyd
Es fehlen: Boskovic, Schimpelsberger (beide gesperrt)

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