Salzburg - Rapid von

Rapid gewinnt mit 2:0 in Salzburg

In einem enttäuschenden Spiel setzen sich die Grün-Weißen auswärts durch

Salzburg - Rapid - Rapid gewinnt mit 2:0 in Salzburg © Bild: GEPA/Simonlehner

Jetzt ist auch Salzburg die weiße Weste los. Die Salzburger verloren das Schlagerspiel der 4. Runde im eigenen Stadion gegen Rapid nicht unverdient mit 0:2 (0:1). Deni Alar (26.) sorgte vor 16.600 Zuschauern nach einem schweren Fehler von Salzburg-Goalie Alexander Walke für die Vorentscheidung, Lukas Grozurek (76.) machte den Sack zu. Die Wiener schlossen damit nach Punkten zu den "Bullen" auf, die zum ersten Mal Zähler liegen ließen.

Für die in sieben Liga-Auswärtsspielen ungeschlagenen Rapidler war es der erste Sieg in Salzburg seit dem 7:0 am 23. März 2008. Die Salzburger, bei denen Jonathan Soriano einen Elfmeter vergab (81.), kassierten demgegenüber die erste Meisterschaftsniederlage nach 17 Spielen, darunter zuletzt neun Siegen in Folge.

Rotation
Rapid-Coach Peter Schöttel setzte nach dem Europa-League-Quali-Krimi gegen Vojvodina Novi Sad am Donnerstag auf Rotation. Mit Schimpelsberger (für Trimmel) und Schrammel (Katzer) waren zwei neue Außenverteidiger, mit Kulovits (Heikkinen) und Alar (Drazan) zwei neue Mittelfeldspieler am Werk. Bei den "Bullen" gab es gegenüber dem 2:0-Auswärtssieg beim WAC nur zwei Änderungen, Ilsanker (Hinteregger) und der 19-jährige Nielsen (Teigl), der zum ersten Mal in der Startformation stand, durften sich von Beginn an versuchen.

Rapid defensiv stark
Beide Mannschaften sorgten vor der Pause für keinen spielerischen Leckerbissen. Die Partie war hart umkämpft. Die Salzburger spielten überhaupt nicht über außen, nur über das Zentrum und da standen die Wiener absolut sicher. Überhaupt boten die Gäste in der Defensive eine starke Leistung, ließen kaum etwas zu und waren auch insgesamt aggressiver, aktiver und hatten mehr Ballbesitz.

Walke-Aussetzer
Die Führung hatten die Rapidler aber hauptsächlich Walke zu verdanken. Der Salzburg-Tormann wehrte einen Hofmann-Aufsetzer direkt vor die Beine von Alar ab, der nur mehr vollenden musste (26.). Sonst war aber auch von der Schöttel-Truppe offensiv wenig zu sehen. Die Hausherren kamen zweimal einem Torerfolg nahe, ein Schiemer-Kopfball ging drüber (5.) und ein Nielsen-Linksschuss nach schöner Einzelleistung daneben (33.).

Vorentscheidung
Nach dem Seitenwechsel enttäuschten die Salzburger weiterhin, blieben vieles schuldig. Ganz anders die Rapidler, bei denen von einer Europacup-Müdigkeit nichts zu sehen war. Kapitän Hofmann scheiterte nach einem guten Konter mit einem Linksschuss vom 16er an der Latte - Walke wäre geschlagen gewesen (49.). Rund eine Viertelstunde vor Schluss musste der Deutsche dann aber wirklich hinter sich greifen. Der kurz zuvor eingewechselte Grozurek setzte sich auf der Seite gegen Maierhofer und Schwegler durch, ließ in der Mitte auch noch Schiemer schlecht aussehen und machte mit dem 2:0 ins kurze Eck den Sack zu (76.).

Die "Bullen" hätten noch einmal zurück ins Spiel kommen können. Nach Foul von Kulovits an Soriano gab es völlig zurecht Elfmeter, den der größtenteils in der Luft hängende spanische Stürmer allerdings in die Wolken schoss (81.). Auf der anderen Seite traf Alar mit einem gut angetragenen Freistoß nur die Stange (83.).

Reaktionen
Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Wir haben mit dem Ball und gegen den Ball nicht das gespielt, was wir spielen wollten. Von einem Spielfluss war nichts zu sehen. Das 0:1 darf nicht sein, das war ein Tor aus dem nichts. Wir haben im Prinzip alles vermissen lassen, kein Spieler hat die Initiative ergriffen, es hat sich jeder auf den anderen verlassen. Wir müssen uns jetzt alle hinterfragen, auch ich selbst, wie ich mit den Spielern umzugehen habe. Vielleicht geht es ihnen hier in Salzburg zu gut."

Alexander Walke (Salzburg-Tormann): "Wir konnten in keiner Phase des Spiels das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Das 0:1 nehme ich auf meine Kappe."

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): "Entscheidend war, dass ich die Mannschaft erfrischen konnte und diese Spieler haben auch meine Erwartungen erfüllt. Der Rest hat sich super drübergerettet. Wichtig war im Gegensatz zum Derby, dass wir 1:0 in Führung gegangen sind, dadurch haben wir Sicherheit gewonnen. Erst nach der Einwechslung von Maierhofer waren wir nicht mehr so im Spiel. Ich habe nur einmal Bedenken gehabt, wenn der Elfmeter reingegangen wäre, aber es wäre ungerecht gewesen. Nach dem Elfmeter war mir klar, dass uns Salzburg kein Tor mehr schießt."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Dieser Sieg schmeckt sehr süß. Es freut mich natürlich sehr, hier zu gewinnen, aber auch hier gibt es nur drei Punkte."

Deni Alar (Rapid-Torschütze): "Wir haben auf die Derby-Niederlage eine super Reaktion gezeigt."

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