Salzburg-Gig von

Ringo gar nicht starr

Ex-Beatle begeisterte wenige Fans in der Mozarstadt

Salzburg-Gig - Ringo gar nicht starr © Bild: APA/Neumayr

John Lennon ist tot. George Harrison ist tot. Und weil Paul McCartney nicht mehr mit Ringo Starr Musik machen will, muss sich der einstige Beatles-Schlagzeuger eine eigene Begleittruppe zusammenstellen. Der bunt zusammengewürfelte Haufen einstiger Frontmänner stützt nun also die Tourneen Ringo Starrs, als "All Starr Band" gastierte das Septett Donnerstagabend in Salzburg.

Das erste von zwei Gastspielen in Österreich (am Sonntag, 17. Juli, konzertiert Ringo Starr in der Arena Wien) wurde bejubelt, knapp zwei pausenlose Stunden lang spielten sich die "All Starrs" solide durch Beatles- und Ringo-Hits, aber auch bemerkenswert viele eigene Songs aus den 1970er und 80er Jahren.

Ortswechsel nach zu wenig Andrang
Die schlechte Nachricht vor ab: Die veritable Poplegende Ringo Starr ist nicht in der Lage, die Salzburg Arena zu füllen. Also wich man kurzfristig in das Kongresshaus aus, wo sich die rund 1.350 Plätze als größtenteils besetzt erwiesen. Die gute Nachricht: Der Musiker Ringo Starr ist noch immer in Form. Mit "It Don't Come Easy", dem vielleicht gewichtigsten Song aus seiner Feder, präsentierte sich der Drummer zunächst als Sänger und Frontman. Für einen weiteren Solohit, "Choose Love", wechselte der 71-Jährige an die Drums, die wirkungsvoll auf einem Podest über dem Set des eigentlichen Schlagzeugers Gregg Bissonette prangten. Danach übergab er an seine Mitmusiker, die allesamt Meister ihres Fachs darstellen. Rick Derringer, hier vor allem virtuoser Leadgitarrist, feierte in den 1960ern mit den McCoys große Erfolge. Deren Klassiker "Hang On Sloopy" intonierte Derringer in Salzburg gleich selbst - zur Freude der Sixties-Fans.

Starr-Bassist Richard Page zeichnete 20 Jahre später mit Mr. Mister für zwei US-Nummer-1-Hits verantwortlich, beide erklangen in Salzburg: "Broken Wings" und "Kyrie" erfreuten vor allem jüngere Semester des mehrheitlich angegrauten Publikums. Auch Keyboarder Gary Wright ("Dreamweaver"), Ex-Romantics-Sänger Wally Palmar ("Talking In Your Sleep") und Edgar Winter ("Frankenstein") durften ihre bekanntesten Gassenhauer zu Gehör bringen - letzterer mittels einer gleichermaßen bizarren wie ereignishaften Multi-Instrumental-Performance.

Keine Zugabe
So merkwürdig diese Mischung aus 1960er-Beat, 1970er-Hardrock und 1980er-Poprockballaden freilich wirkte, so abwechslungsreich gestaltete sich der Abend. Dazwischen durfte auch Ringo Starr, der sich die Zeit mit ein paar Beckenschlägen und unterhaltsamen Moderationen vertrieb, immer wieder ins Rampenlicht treten: "Yellow Submarine", "Back Off Bogaloo", "Photograph", "Act Naturally" sowie das finale Medley mit "With A Little Help From My Friends" und "Give Peace A Chance" trieben nicht nur Nostalgiker zu stehenden Ovationen. Eine Zugabe blieben die "All Starrs" jedoch leider schuldig.

Kommentare

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