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Baby schwer misshandelt

Säugling hatte Abdrücke einer Hand im Gesicht - Klinik hat Kind behalten

Salzburg - Baby schwer misshandelt © Bild: iStockphoto

Ein Salzburger Arzt hat am Dienstag einen Fall einer möglichen Kindesmisshandlung angezeigt: In der Kinderchirurgie des Landeskrankenhauses sei ein neun Monate altes Baby mit Brüchen an beiden Beinen und Gesichtsverletzungen eingeliefert worden, die offensichtlich von Schlägen stammten, so Polizei-Sprecher Roland Loipold.

Das Baby wurde stationär in der Kinderchirurgie aufgenommen. Die Eltern gaben an, dass sich das Mädchen selbst in der Gehschule verletzt habe, so Loipold. Am Dienstag erschien dann die 25-jährige Mutter neuerlich im Spital und wollte ihre Tochter mit nach Hause nehmen. Nachdem ihr dies aufgrund der schweren Verletzungen des Babys untersagt worden war, wollte sie sogar einen Revers unterschreiben, doch das Krankenhaus übergab das Kind der Mutter nicht. Am Vormittag erstattete die Klinik dann Anzeige wegen des Verdachts der Misshandlung.

Die Eltern, die in der Nähe des Wallersees leben, wurden bisher von der Polizei noch nicht einvernommen. "Wir haben noch keinen Auftrag von der Staatsanwaltschaft erhalten", sagte Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt. Seitens der Staatsanwaltschaft Salzburg hieß es, man wolle zuerst die Beratung der Kinderschutzgruppe abwarten. "Die tritt normalerweise bei Vorliegen eines Missbrauchsverdachtes ad hoc zusammen, wegen des Feiertages kann sie sich aber erst morgen Nachmittag mit dem Fall befassen", so Mick Weinberger, die Sprecherin der Landeskliniken.

Maßnahmen zum Schutz
In dieser Gruppe sind das Jugendamt, Ärzte, Kinderpsychologen und die Gerichtsmedizin vertreten. Diese bewerten die Lage und überlegen, welche Maßnahmen zum Schutz des Kindes getroffen werden sollen, sagte Weinberger.

Bis zum Zusammentreffen der Gruppe geben sich auch die Landeskliniken zum Fall völlig zugeknöpft. "Der interimistische Leiter der Kinderchirurgie Jan Bauer möchte sich bis dahin nicht zu dieser Causa äußern", sagte die Kliniken-Sprecherin. "Es ist ja möglich, dass es sich tatsächlich um einen Unfall gehandelt hat, wie das die Eltern angegeben haben." Die Eltern befinden sich vorerst auf freiem Fuß.