Neue Richtlinien von

Salzburg AG: Gelbe Karte
nach Postenschacher-Vorwurf

Erwartetes Köpferollen wegen "Verhaltenskodex" für SPÖ-Führungskräfte bleibt aus

Außenansicht der Firmenzentrale der Salzburg AG in Salzburg-Schallmoos © Bild: APA/Franz Neymayr

Das von mehreren Medien erwartete Köpferollen wegen des am Wochenende aufgetauchten "Verhaltenskodex" für SPÖ-Führungskräfte in der Salzburg AG findet nicht statt: Der Aufsichtsrat sprach am Freitagvormittag in einer Sondersitzung gegenüber allen Beteiligten de facto eine Verwarnung aus. Außerdem werden nun die hauseigenen Richtlinien für Personalentwicklung extern überprüft.

"Allen muss klar sein, dass wir heute die Gelbe Karte gezogen haben. Und allen muss klar sein, was ein nochmaliges Zücken der Gelben Karte bedeutet", sagte Vorsitzender Christian Struber (ÖVP) beim anschließenden Pressegespräch. "Das ist kein Kavaliersdelikt, so etwas werden wir uns nicht mehr gefallen lassen." Jene Personen, die die "Punktation zum Rollenverständnis von sozialdemokratisch gesinnten Führungskräften" unterschrieben haben, hätten in einer schriftlichen Erklärung geschildert, wie dieses Papier zustande gekommen war, und ihr Bedauern ausgesprochen, was sie damit ausgelöst haben. Sie hätten dem Unternehmen nicht schaden wollen. Diese Erklärung habe der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen.

Richtlinien für Personaleinstellung geprüft

Die Beteiligten seien aufgefordert worden, sich mit voller Kraft für die Wiederherstellung eines positiven Images einzusetzen. Die heute vorgelegten Richtlinien für Personaleinstellung, Beförderungen etc. - diese wurden im Zuge der Fusion aus SAFE und Stadtwerken zur Salzburg AG 1999/2000 erstellt - lässt der Aufsichtsrat an der Universität Wien überprüfen. Bereits im Oktober sollen Vorschläge für Optimierungen und Ergänzungen im Personalmanagement vorliegen, "um wieder state of the art zu sein", sagte Struber. "Damit soll jegliche Bevorzugung oder Benachteiligung ausgeschlossen werden."

Unternehmen keine "Bad Bank"

Gleichzeitig beteuerten Struber und sein Stellvertreter Bgm. Heinz Schaden (SPÖ), dass "wir für die Zeit, in der wir hier Verantwortung tragen, jegliche Form von parteipolitischer Einflussnahme ausschließen können". Seit der Fusion habe es keine einzige Besetzung nach einer Stellenausschreibung gegeben, in der die Reihung vom Vorstand noch verändert worden sei. "Ich bin seit Anbeginn im Aufsichtsrat. Wir haben immer peinlich darauf geachtet, dass es keinen Durchgriff gab", so Schaden. "Ich kann nur sagen, bitte seht die ganze Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen ist nicht über Nacht eine 'Bad Bank' geworden."

Kommentare

SPÖ+ÖVP schützen sich gegenseitig.
Zufällig sind immer jene mit einem Parteibuch von SPÖ+ÖVP am besten qualifiziert. Die ehemalige DDR lässt grüßen.

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