Salutschüsse für Fischer: Bundespräsident zu Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen

Montag: Zusammenkunft mit Präsident Roh geplant Erster österreichischer Präsident zu Gast in Südkorea

Salutschüsse für Fischer: Bundespräsident zu Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen

Bundespräsident Heinz Fischer ist zu einem Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen. Das österreichische Staatsoberhaupt wurde im Militärflughafen der Hauptstadt Seoul bei durch einen Sandsturm getrübtem Himmel mit Salutschüssen empfangen. Das offizielle Programm beginnt am Montag mit einem Gespräch Fischers mit dem südkoreanischen Staatspräsidenten Roh Moo-hyun.

Neben den bilateralen Beziehungen und der Situation auf der koreanischen Halbinsel wird auch das Verhältnis Südkoreas zur EU Gesprächsthema sein. Die Europäische Union ist nach China zweitgrößter Handelspartner Südkoreas, für Österreich stellt das Land den drittwichtigsten Exportmarkt auf dem Kontinent dar.

Es wird erwartet, dass Fischer in seinen Gesprächen mit Roh auch auf die Rolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie der Europäischen Union als Rollenmodell in der Friedenspolitik hinweisen wird. Weiters soll die gegenseitige Unterstützung der beiden Länder bei der Kandidatur für den UNO-Sicherheitsrat zur Sprache kommen. Der gegenwärtige UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon fungierte von 1998 bis 2000 als südkoreanischer Botschafter in Österreich.

Vorbereitungen zu Freihandelsabkommen
Was die wirtschaftlichen Beziehungen betrifft, so betonte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl vor dem Abflug nach Seoul, dass Österreich besonders im Bereich der Energie- und Umwelttechnologie viel zu bieten habe. Zwischen der EU und Südkorea werden derzeit auch Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen vorbereitet. Umweltminister Josef Pröll wird im Rahmen des Staatsbesuches gemeinsam mit seinem südkoreanischen Amtskollegen und Firmenvertretern an einem Umwelt-Round-Table teilnehmen. Wissenschaftsminister Johannes Hahn wird ebenfalls am Dienstag in Seoul eine gemeinsame Erklärung über Wissenschafts- und Forschungskooperation unterzeichnen.

Heinz Fischer, der als erster österreichischer Präsident das ostasiatische Land besucht, wird von einer rund 120 Mitglieder umfassenden Delegation aus Politikern, Wirtschaftstreibenden und Wissenschaftern begleitet. Am Dienstag wird Fischer beim Waffenstillstandsort Panmunjom die demilitarisierte Zone am 38. Breitengrad entlang der Demarkationslinie zu Nordkorea besichtigen. Die Zone war durch den Waffenstillstand geschaffen worden, der am 27. Juli 1953 den 1950 ausgebrochenen Koreakrieg beendete. Ferner ist am Dienstag ein Treffen mit dem südkoreanischen Parlamentspräsidenten Lim Chae-jung vorgesehen.

Der Bundespräsident besucht während seiner Visite auch südkoreanische Firmen und Forschungsinstitute in den Bereichen Informationstechnologie und Telekommunikation. So ist etwa am Mittwoch eine Fahrt in die Forschungsstadt Daedok-Innopolis geplant.

(apa/red)