Salto auf dem Hang von Zagreb: Nicole
Hosp verletzt sich im Slalom beim Einfahren

Droht noch Sturz WM-Aus - Diagnose noch ausständig Kein Bruch, aber Verdacht auf Innenbandverletzung

Salto auf dem Hang von Zagreb: Nicole
Hosp verletzt sich im Slalom beim Einfahren © Bild: Reuters

Das neue Jahr hat Österreichs alpinem Damen-Skiteam gleich am vierten Tag böse mitgespielt. Nicole Hosp hat sich bei einem Sturz beim Einfahren für den Weltcup-Slalom in Zagreb am linken Knie verletzt. Sollte das Innenband gerissen sein, bedeutet dies das WM-Aus, eine genaue Diagnose ist noch ausständig. Es ist dies ein harter Schlag für den Österreichischen Skiverband (ÖSV), der schon kurz vor Saisonbeginn den verletzungsbedingten Ausfall von Slalom-Königin Marlies Schild verkraften musste.

Das Missgeschick passierte Hosp beim fünften Tor im zweiten ihrer Einfahr-Läufe. Sofort klagte die Riesentorlauf-Weltmeisterin von 2007 in Aare über starke Schmerzen im linken Knie, das sie nach dem Sturz auch nicht bewegen konnte. "Sie hat bei geringem Tempo fast aus dem Stand einen Salto geschlagen", erzählte ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl den Unfallhergang. Die großen Schmerzen deuteten für ihn auf eine gröbere Verletzung hin.

Die Gesamt-Weltcup-Siegerin von 2006/07 wurde sofort zu einer ersten genaueren Untersuchung in das Krankenhaus von Zagreb gebracht, dort stellte ÖSV-Arzt Franz Seibert beim Röntgen in einer ersten Diagnose fest, dass sich die Rennläuferin keinen Knochen im Bereich des schmerzenden linken Knies verletzt hat. In einer ersten Befürchtung war von einem möglichen Bruch des Schienbeinkopfes die Rede gewesen.

Warten auf Diagnose
Zur weiteren Abklärung (Band- oder Knorpelverletzung) wurde die 25-jährige Tirolerin anschließend in einer mehrstündigen Fahrt mit dem Auto in die Tiroler Privatklinik Hochrum gebracht, wo von den Ärzten Christian Hoser und Christian Fink eine genauere Diagnose erwartet wurde. "Das Knie tut weh, das erste Gefühl war nicht gut. Aber ich will trotzdem optimistisch bleiben und hoffe, dass es nicht so schlimm ist. Schauen wir einmal, was genau die MRI-Untersuchung bringt", hatte Hosp gegenüber dem ORF tapfer gemeint.

Auch Mandl wollte der Diagnose nicht vorgreifen, meinte aber: "Ich hoffe, dass das Innenband nicht gerissen ist, sondern nur gezerrt oder eingerissen, dass kein operativer Eingriff notwendig ist. Aber die Zeit bis zur WM wird zu kurz sein. Auch wenn es nur gezerrt ist, dann sind vier Wochen bis zur WM eine sehr knappe Zeit. Doch wenn es nur gezerrt ist, dann haben wir eine kleine Chance." Die Weltmeisterschaften in Val d'Isere (Frankreich) beginnen am 3. Februar.

Hosp ist in dieser Saison noch nicht wirklich vom Glück verfolgt gewesen, denn bereits am 29. November 2008 hat sie sich bei einem Sturz im Weltcup-Riesentorlauf von Aspen das linke Knie verletzt. Mit einer Zerrung der hinteren Kniebeugemuskulatur entging sie knapp einem Kapselriss. Am nächsten Tag fuhr sie im Slalom unter Schmerzen auf Platz zwei. Aus den USA brachte die Tirolerin dann aber auch eine Verkühlung mit nach Hause, die sie bis zu den Weihnachtsfeiertagen plagte. In Zagreb hatte sie sich darüber gefreut, gesundheitlich wieder voll fit zu sein.

(apa/red)